Rüde oder Hündin? Unterschiede und Vor- und Nachteile

Rüde oder Hündin

Die Entscheidung ist gefallen: Du möchtest einem Hund ein neues Zuhause schenken. Stellt sich nur noch die Gretchenfrage: Männchen oder Weibchen? Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Rüden und einer Hündin? Gibt es überhaupt welche und, falls ja, welches Geschlecht passt besser zu mir? Hier findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen.

Männchen oder Weibchen?

Der ewige Geschlechterkampf scheint auch vor dem Hundekauf keinen Halt zu machen. Tatsächlich gelten Hündinnen gemeinhin als folgsamer und „weicher“, wohingegen die Eigenschaften eines Rüdens eher mit „dominant“ und „schwierig“ beschrieben werden können. Äußerlich unterscheiden sich die Geschlechter häufig ebenfalls voneinander. So sind die männlichen Hunde zumeist größer sowie schwerer und haben bei Langhaarrassen oftmals mehr Fell.

Vor- und Nachteile von Rüde und Hündin

Junge Rüden können dazu neigen, die Rangfolge infrage zu stellen und ihre Besitzer testen zu wollen. Für das Herrchen kann diese Zeit durchaus anstrengend sein. Tatsächlich verhalten sich Rüden auch eher „machohaft“ bei der Begegnung mit Artgenossen. Mit aufgestellter Rute wird sich häufig umkreist und eventuell auch geknurrt. Im Vergleich dazu verhalten sich Hündinnen häufig ruhiger und entspannter.
Ein weiterer Unterschied zwischen Männchen und Weibchen: Rüden markieren ihr Revier meist deutlich mehr als ihre weiblichen Artgenossen. Um Streit in der Nachbarschaft vorzubeugen, ist es wichtig, dem Tier rechtzeitig beizubringen, wo das Markieren erlaubt ist und wo nicht.

Zwei Hundwelpen

Läufigkeit der Hündin

Ein klarer Nachteil, wenn es denn als solcher benannt werden will, ist die Läufigkeit der Hündin. Zweimal im Jahr sind die Hündinnen gegenüber ihren Artgenossen sowie Welpen häufig sehr zickig. Andere wiederum werden anhänglicher und sensibler als gewohnt. Ein „Höschen“ für den Liebling kann in dieser Phase zudem hilfreich sein, sonst drohen Blutflecken auf dem Teppich oder im Körbchen. Etwa neun Wochen nach der Läufigkeit tritt oftmals eine Scheinschwangerschaft auf, nämlich dann, wenn normalerweise die Welpen zur Welt kommen würden. In dieser Zeit ist es nicht unüblich, dass sich die Hündin sehr mütterlich verhält, ihr Spielzeug umsorgt und hegt, als wären es ihre Neugeborenen. Bei extremen Fällen von Scheinträchtigkeit kann eine Kastration der Hündin sogar ratsam sein.

Der dominante Rüde?

Was bei der Hündin die Läufigkeit ist, tritt bei einem Rüden vorwiegend in der Pubertät auf. Das ist die Zeit, in der das Tier vom Hormonrausch regelrecht überrollt wird. Auch sind Rüden in der Regel das ganze Jahr an Hündinnen interessiert. Wenn beim Spazierengehen eine läufige Hundedame in der Nähe ist, wird sich dies auch am Verhalten der männlichen Fellnase bemerkbar machen. Denn die Läufigkeit der Lieblingshündin geht auch am Rüden nicht spurlos vorbei: In manchen Fällen kann das Tier sogar mit der Verweigerung des Futters reagieren, heulen oder jegliche Form der Gehorsamkeit verlieren. Eine Kastration kann das Leben in vielen Punkten erleichtern, denn nach dem Eingriff neigen die Hunde oft deutlich weniger zu kleinen Kämpfen mit ihren Artgenossen und zeigen weniger Interesse an läufigen Hündinnen. Eine Kastration ist allerdings keinesfalls ein Allheilmittel, mit dem störrische Hunde plötzlich gehorsam gemacht werden können. Das Zerren an der Leine, das Jagen der Nachbarskatze und Ähnliches wird auch eine Kastration nicht beheben können.

Weibchen oder Männchen als Zweithund

Besitzt du bereits einen Hund und es soll ein weiterer Welpe einziehen, so kann es abhängig von Hündin oder Rüde, zu unterschiedlichen Reaktionen kommen. Anstatt den Mutterinstinkt zu wecken, bedeuten Welpen für eine Hündin natürlicherweise Konkurrenz. Sie neigt weniger dazu, die kleinen Racker in ihrer Nähe zu akzeptieren. Rüden hingegen sind in dem Fall deutlich toleranter und zugänglicher.

Rüde als Familienhund

Rüde oder Hündin für Anfänger und Familien

Abgesehen von der Zeit der Läufigkeit sind Hündinnen häufig umgänglicher und gehorsamer. Das Spazierengehen mit Rüden kann durchaus anstrengend sein, sofern läufige Hündinnen in der näheren Umgebung sind, oder andere Rüden sie zu potenziellen Raufereien verleiten können. Dementsprechend scheint eine Hündin für Anfänger und Familien geeigneter zu sein, sofern man auf die Zeit der Läufigkeit vorbereitet ist und mit der veränderten Situation umgehen kann.

Die Rolle des Charakters eines Hundes

Letztendlich ist es allerdings wichtig festzuhalten, dass jedes Tier seinen individuellen Charakter mitbringt und sich Verhaltensweisen nicht pauschal vom Geschlecht abhängig machen lassen. Auch die Rasse ist ein weiteres Faktum, das die Gebärden des Tieres entscheidend beeinflusst. So kann schlussendlich ein Golden Retriver Rüde deutlich zugänglicher sein als eine eher querköpfige Spitz-Hündin. Ein Sheltie ist eher ein Hund für ruhige Familien, wohingegen ein Beagle sehr aufgedreht sein kann und sich in Familien wohler fühlt, in denen häufig jemand Zuhause ist und wo immer etwas los ist.

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2 Kommentare

  • Sebastian Reiske sagt:

    Suchen einen 2 hund. Welche Rasse würde zum Dackel Mix passen?

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Sebastian,

      dass du dir Gedanken darüber machst, welche Hunderasse zu deinem Dackelmix passt, finde ich klasse. Jede Hunderasse hat ihre individuellen Charaktereigenschaften und reagiert entsprechend unterschiedlich auf ein neues und vor allem tierisches Familienmitglied. So eignet sich z.B. der kleine amerikanische Beagle hervorragend, um als zweiter Hund in eine Familie aufgenommen zu werden. Sie weisen gute sozial verträgliche Charakterzüge auf und haben kein Problem damit sich in einer Familie unterzuordnen. Eine etwas größere und intelligente Hunderasse ist der Australian Sheperd. Mit ihrem besonnenen Gemüt kommen sie mit anderen Hunden sehr gut aus. Mehr auf gemeinsamer Augenhöhe sind die zwei eher kurzbeinigen Rassen Collie und Corgi. Beide Rassen sind für ihren freundlichen Umgang mit anderen Hunden bekannt. Du kennst deinen Hund am besten, vielleicht schaust du dir einfach verschiedene Hunderassen und die für sie typischen Charaktereigenschaften an. Über diesen Weg wirst du bestimmt einen passenden Zweithund finden.

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