Das Blickkontakttraining mit Hund

Blickkontakttraining

Das heutige Thema kam schon in so vielen bisherigen Beiträgen zur Sprache, dass ich mich entschieden habe, nochmal ganz ausführlich darüber zu schreiben.

Es geht um das Thema „Blickkontakttraining“. Bei jedem Kundentermin ist es das Erste, was ich anspreche und auch das Erste, was ich mit meinen Kunden trainiere. Es ist meiner Meinung nach die Grundlage aller Zusammenarbeit mit dem Hund. So wird ihm beigebracht, dass jeder freiwillige Blickkontakt zu euch etwas ganz Tolles ist und sich für ihn lohnt. Da ich auf Basis der nonverbalen Kommunikation sowohl mit meinem eigenen Hund als auch in meiner Tätigkeit als Hundetrainerin arbeite, ist ein freiwilliger Blickkontakt des Hundes unabdingbar. Wie sonst soll er Kontakt zu euch aufnehmen? Wie sonst könnt ihr ihm körperaktiv mitteilen, was ihr von ihm möchtet? Wie das ganze trainiert wird, erkläre ich euch jetzt.

Das Beste daran ist, ihr seid orts- und zeitungebunden und könnt euer Training immer und überall mit einbauen. Sei es daheim am Abend beim Fernsehen oder beim Spaziergang unterwegs. Je mehr unterschiedliche Orte ihr wählt, umso besser wird sich bei eurem Hund einprägen, dass jeder Blickkontakt belohnt wird. Hierbei geht es nicht darum, euren Hund mit Futter abzulenken, wie oft kritisiert wird. Aber wie geht ihr nun der Reihe nach richtig vor?

1. Bewaffnet euch mit Futter

Bereitet einen Futterbeutel mit Leckereien vor, die euer Hund mag. Diesen befestigt ihr zum Beispiel an eurem Gürtel, um nicht ewig wühlen zu müssen und gleich Nachschub parat zu haben.

2. Augenhöhe

Begebt euch auf Augenhöhe mit eurem Hund. Will heißen: Geht auf die Knie, damit euer Abstand nicht so groß ist. Ist euer Hund schon aufmerksam euch gegenüber, könnt ihr auf die Leine verzichten. Ist er recht wuselig und lässt sich leicht ablenken, benutzt die Leine und hängt sie euch um. So habt ihr die Hände frei, seid aber dennoch in der Lage, euren Hund zu kontrollieren.

3. Schau mir in die Augen, Kleiner

Nehmt jetzt in jede Hand ein Futterstückchen und zeigt es eurem Hund. Lasst es ihn gern das erste Mal fressen. Nehmt jetzt die nächsten Futterstückchen, wieder in jede Hand eins und haltet sie links und rechts neben euren Kopf und die Augen. Wichtig: Versteckt das Futter nicht, indem ihr die Hände zur Faust macht und schließt. Euer Hund sollte es sehen können. Jetzt wird er wahrscheinlich erstmal auf eure Hände schauen, was absolut normal ist. Bewegt jetzt die Hände mit dem Futter langsam nach außen vom Kopf weg und wartet ab, bis euer Hund nicht mehr dem Futter hinterherschaut, sondern in eure Augen. Belohnt dies jetzt direkt und ohne Worte mit einem Futterstückchen aus der Hand. Beim einen dauert es länger, beim anderen geht dieser Schritt schneller. Habt Geduld und reagiert schnell, damit euer Hund den freiwilligen Blickkontakt mit der Belohnung verknüpfen kann. Und achtet darauf, wirklich NUR zu belohnen, wenn er in die Augen schaut.

4. Die Übung macht’s

Trainiert anfangs daheim, da sind die Reize meist geringer. Verlagert nach und nach euer Training nach draußen. Merkt ihr, dass euer Hund nervös wird oder sich ablenken lässt, geht wieder einen Schritt zurück. Das ist nicht schlimm, erzwingt nichts. Euer Hund soll euch vertrauen und den Blickkontakt von sich aus suchen, wenn er sich bei euch rückversichern möchte. Ich empfehle meinen Kunden immer eine Futterration in einem verschließbaren Beutel für kleine Trainingseinheiten unterwegs mitzunehmen. Habt ihr einmal nichts dabei, ersetzt auch ein kurzes Streicheln das Futter. Mit etwas Leckerem ist es aber für den Hund natürlich lukrativer. Das hat auch absolut nichts mit Bestechung zu tun, wie oft behauptet wird. Wir motivieren unseren Hund übers Futter die Reaktionen zu zeigen, die wir uns wünschen. Einer der wichtigsten Triebe unseres Hundes ist der Futtertrieb. Warum diesen also nicht nutzen?

5. Mach das Training interessant

Wie? Indem ihr es immer wieder abwandelt. Sind wir zum Beispiel beim Tierarzt und viele werden jetzt wissen was ich meine, sind die meisten Hunde etwas bis mittelschwer aufgeregt. Joker geht gern zum Tierarzt, die Untersuchungen und die anderen Hunde im Wartezimmer machen ihm nichts aus. Was ihn hingegen immer leicht aus der Fassung bringt, sind die Gerüche. Vor allem natürlich, wenn zuvor Hundedamen anwesend waren… Völlig verständlich. Ich habe für unterwegs auch immer einen Futterbeutel dabei. So kann ich ihn wunderbar zur Ruhe bringen und dazu, sich auf mich zu konzentrieren. Dazu beginne ich wie vorhin beschrieben ganz klassisch mit dem Blickkontakttraining und halte meine Hände mit Futter neben meine Augen. Habe ich jetzt erreicht, dass mein Hund mich den Gerüchen vorzieht und anschaut, erweitere ich das Ganze, indem ich ein Futterstück zum Beispiel auf meinen Schuh lege und es erst dann Joker zu fressen gebe, wenn er mich erneut fragend angeschaut hat. Das Training überbrückt wunderbar die Wartezeit und fährt den Hund noch dazu runter. Er arbeitet mit dem Köpfchen und das strengt an, das werdet ihr bemerken.

Das Training lässt sich beliebig variieren. Zu beachten ist hierbei nur, dass euer Hund sich das Futter nicht selbst nehmen sollte. Was ist der Hintergrund? Kommt das Futter aus eurer Hand und erfolgt direkt auf den Blickkontakt, ist das für den Hund eine klare Verknüpfung. Ich bin immer ein Gegner davon, dass sich der Hund das Futter vom Boden nimmt. Eine größere Sicherheit ist es, eurem Hund erst gar nicht zu erlauben, Futter vom Boden aufzunehmen, sondern nur aus eurer Hand oder eben aus dem Napf.

Ich hoffe, ich konnte euch verdeutlichen, welch wichtige Grundlage dieses Training ist und dass es immer das Bestreben eines Hundebesitzers sein sollte, dass sein Hund ihn freiwillig anschaut. Darauf lässt sich jetzt wunderbar die weitere Arbeit aufbauen. Ich wünsche euch und eurem Hund ganz viel Spaß dabei!

Liebe Grüße und Woof Woof!

Sandra und Joker

Über Sandra

Hallo, ich heiße Sandra und lebe gemeinsam mit meinem Mann und meinem Hund Joker in einer kleinen, aber feinen Wohnung im schönen Sachsen. Die Begeisterung für die Themen Wohnen und Einrichten begleitet mich schon seit mehreren Jahren. Vor allem liebe ich den cleanen nordischen Wohnstil mit viel Weiß, Grau, Schwarz und ab und zu einem Klecks Farbe. Im April 2014 wurde die Idee zu meinem Blog HUNDerterlei geboren, der all meine Leidenschaften vereint: Kreativität, gutes Essen, Wohnen und Einrichten – und natürlich Hunde!

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