Plötzlich Pubertät – was das für deinen Hund und dich bedeutet

Hund in der Hundepubertät

Wenn sich das Wesen deines jungen Hundes plötzlich verändert hat, befindet sich deine Fellnase mit großer Wahrscheinlichkeit in der Pubertät.

Deine neuen Turnschuhe liegen zerfetzt unter dem Sofa, dein Hund bellt gefühlt pausenlos und hört und folgt nicht mehr wie gewohnt? Keine Sorge: Wir haben einige Tipps und Infos für dich zusammengefasst, wie du deinen Hund durch die Pubertät begleiten kannst.

Wann beginnt die Pubertät beim Hund?

Auch dein Hund kann in die Pubertät kommen. Ungefähr in einem Alter ab sechs Monaten beginnt die Entwicklungsphase, in der dein Vierbeiner zunehmend unabhängiger wird. Die Pubertät ist ein Abschnitt des sogenannten Adoleszenzprozesses: Der Hund wird geschlechtsreif, ist aber auch noch nicht wirklich erwachsen. Das ist gut vergleichbar mit pubertierenden Teenagern, die noch ziemlich unreif wirken und sich sehr von ihren Hormonen leiten lassen. Die Persönlichkeit ist an diesem Punkt noch nicht vollends entwickelt und Gefühlschaos sowie Stimmungsschwankungen sind an der Tagesordnung. Doch was passiert da eigentlich genau? Mit dem Freisetzen der Geschlechtshormone werden Prozesse im Gehirn aktiviert: Das emotionale und kindliche Verhalten nimmt ab, Vernunft und rationales Verhalten erhalten mehr Raum. Da aber unter anderem auch die Nebennierenrinde, die Cortisol produziert, vermehrt aktiviert wird, steigt beim Hund der Pegel des Stresshormons – was das gesamte Hormonchaos noch befeuert.

Hund hat ein Kissen kaputt gemacht

In der Pubertät stehen die Gefühle deines Hundes Kopf.

Wie verhält sich ein Hund in der Pubertät?

Vom kuscheligen Wollknäuel zum kleinen Rabauken – es gibt verschiedene Anzeichen für die Pubertät beim Hund, aber letztendlich hat jedes Tier seine ganz eigenen „Macken“. Es gibt Hunde, die zum Beispiel den Kontakt zu dir einschränken und die Welt auf ihre Art erkunden und erleben wollen. Kurz gesagt: Dein Hund hat bisher immer sehr gut gehört – doch das ist plötzlich vorbei. Warum ist das so? Dein Hund löst sich zunehmend aus der Sicherheit, die du ihm lange Zeit geboten hast, und geht eigene Risiken ein. Außerdem wird die Pubertät deines Hundes genutzt, um zu testen, ob der Hund weiterhin in seinem Rudel gut aufgehoben ist, sich einer neuen Familie anschließen oder eine aufbauen sollte. Manche Hunde messen sich auch mit der Rudelführung – also mit dir – und versuchen, deinen Platz einzunehmen. Wie bei einem Teenager drängt dein Hund also darauf, selbstständig zu werden. Er prüft, wie sehr er sich seinem Rudel bzw. seiner Familie zugehörig fühlt und neigt zur Überforderung – das alles führt zu diversen „Synapsendiscos“, mit denen dein bester Freund jetzt klarkommen muss.

Bei Hündinnen erkennt man den Beginn der Pubertät übrigens gut an der einsetzenden Läufigkeit. Rüden dagegen heben während des Urinierens immer wieder das Bein und interessieren sich auf einmal sehr dafür, welche Markierungen andere Hunde hinterlassen. Letztendlich gibt es ein Verhaltensmuster, das deutlich für die Pubertät deines Lieblings spricht: Er zerlegt alles. Dieser Vandalismus, dem viele Schuhe, Kissen, Sofabezüge etc. oder die eine oder andere Vase zum Opfer fallen, ist wie ein Ventil für die aufgestauten, unbekannten Emotionen, denen sich dein bester Freund auf einmal stellen muss. Da hilft nur Geduld haben, tief durchatmen und wertvolle Gegenstände rechtzeitig aus dem Weg räumen.

Aua, ich wachse!

Als wenn das ganze Hormon-Durcheinander nicht schon genug für deinen Vierbeiner wäre, kämpfen viele Hunde während der Pubertät und der Adoleszenzphase mit Wachstumsschmerzen. Schnell wachsende Knochen und sich verengende Blutgefäße sind hier der Auslöser. Wenn du merkst, dass dein Liebling Schmerzen hat, prüfe, ob du mit einer Futterumstellung für Linderung sorgen kannst. Außerdem solltest du erst einmal auf lange Spaziergänge und ausgiebige Toberunden verzichten.

Beifuß mit dem Hund üben

In der Pubertät des Hundes kann es sinnvoll sein, die Signale noch mal zu üben.

So kannst du deinen Hund in der Pubertät unterstützen

Totales Gefühlschaos: Dein Hund beginnt in der Pubertät zu bellen? Oder er wirkt plötzlich sehr reizbar oder gar aggressiv? Und bisher vertraute Situationen lösen auf einmal Angstzustände bei ihm aus? Es gibt viele Möglichkeiten, wie dein Vierbeiner mit dem Tanz der Hormone umgeht. Wusstest du, dass du ihn in dieser herausfordernden Phase wunderbar unterstützen kannst?

Grenzen aufzeigen:

Dein „Pubertier“ geht zu oft einen Schritt zu weit und lässt sich schwer kontrollieren? Zeige ihm, dass du damit nicht einverstanden bist. Stecke das Leckerli wieder ein, lege die Leine zurück oder ziehe deine Schuhe wieder aus. Diese Gesten wird er schnell verstehen.

Herausforderungen schaffen:

Dein Hund hat in der Pubertät richtig Lust auf neue Herausforderungen! Baue bestehende Übungen aus und schaue, dass er dabei nicht überfordert wird. Zeigt er kein Interesse oder wird müde, biete ihm Alternativen an, zum Beispiel einen Spaziergang oder eine Kuschelrunde. Fühlt sich dein Vierbeiner verstanden, wird er kaum Frust verspüren.

Sicherheit geben:

Dein Hund zögert beim Betreten eines Areals? Übernimm hier die Verantwortung und die schützende Begleitung, indem du vorausgehst und ihm zeigst, dass keine Gefahr droht.

Kontrolle behalten:

Falls du Probleme hast, das Verhalten deines Hundes in der Pubertät einzuschätzen, nutze beim Spaziergang lieber eine lange Leine oder eine Schleppleine. So gewährst du deiner Fellnase eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit, kannst aber im Fall des Falles direkt eingreifen.

Signale noch einmal üben:

Ganz schön unkonzentriert: Es hakt gerade etwas beim Zurückrufen des Hundes oder er reagiert auf bekannte Signale wie „Sitz“, „Hier“ usw. nicht direkt? Dann solltest du etwas Zeit investieren und die Grundlagen noch einmal in Erinnerung rufen.

Konsequent, aber verständnisvoll sein:

Puh, der kleine Rüpel fordert dich ordentlich? Denke bitte immer daran: Er macht das nicht aus einer bösen Absicht heraus. Zeige Verständnis für seine aufrührende Entwicklungsphase, aber behalte die Kontrolle und sei in deinen Entscheidungen konsequent.

Wie lange dauert die Flegelphase beim Hund?

Ab wann die Pubertät beginnt, haben wir bereits beleuchtet. Doch wie lange dauert die Phase im Schnitt? Generell lässt sich sagen: Kleinere Rassen durchlaufen diesen Prozess in der Regel etwas schneller, bei größeren Rassen kann diese Phase erst in einem Lebensalter von zwei Jahren abgeschlossen sein. Grundsätzlich haben Hündinnen hier die Nase vorn: Sie starten etwas früher und sind demnach eher mit dem Pubertätsthema durch. Bei Rüden endet die Pubertät oftmals einige Monate später.

Alle Infos zur Hundepubertät auf einen Blick

Wir haben die wichtigsten Informationen rund um die Hundepubertät hier für dich zusammengefasst:

Infografik zur Hundepubertät

(auf die Grafik klicken für Vollbild)

Wir wünschen dir viel Gelassenheit und starke Nerven!

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