Erfahrungsbericht zu Dogsharing – von Ellen und Django

Erfahrungsbericht Dogsharing

Als vor vier Jahren mein Hund Django einzog war alles perfekt. Django begleitete mich mit auf die Arbeit und musste nur selten alleine zuhause bleiben. Doch dann änderte sich alles: neuer Job, neue Wohnung, Umzug in eine neue Stadt. Dazu kommt, dass mein neuer Arbeitgeber keine Hunde am Arbeitsplatz duldet. Plötzlich war in meinem Alltag kein Platz mehr für einen Hund.

Was nun? Den Hund weggeben oder für neun Stunden alleine zuhause lassen? Das kam für mich nicht infrage. Die zweite Alternative: Professionelle Hundesitter. Jedoch können die pro Monat bis zu 500 € kosten. Das sprengte mein Budget. Ich machte mich also auf die Suche nach einer Alternative – und wurde fündig. Seit sechs Monaten teile ich nun meinen Hund. Für meinen Hund und mich die beste Entscheidung. Grund genug, meine Erfahrung mit dem sogenannten Dogsharing mit euch zu teilen.

Wie ich die Zweitfamilie für meinen Hund gefunden habe:

Zu Beginn meiner Suche hatte ich klare Vorstellungen von meinem Wunschbetreuer: Am liebsten eine rüstige Seniorin, die sich einen Hund wünscht und keine Bezahlung erwartet. Kurzum eine Person, die Django aus Liebe bei sich aufnehmen möchte – und nicht aus finanziellen Gründen.

Meine erste Anlaufstelle war das Internet. Nach frustrierenden Stunden der Suche musste ich feststellen, dass es noch keine Plattform gibt, die sich die Vermittlung von Hundebesitzern und freiwilligen Betreuern auf die Fahne geschrieben hat.
Also veröffentlichte ich eine Anzeige auf eBay Kleinanzeigen und hing in den Supermärkten der Umgebung Flyer an die Gesucht-Gefunden-Pinnwände – immer mit dem Titel „Zweitfamilie für meinen Hund gesucht“.
Es dauerte nicht lange, bis ich die ersten Anfragen erhielt. Leider hatten viele die Anzeige falsch verstanden und dachten, der Hund wäre zu verschenken. Oder sie wollten dann doch Geld für die Betreuung. Ich war ziemlich frustriert.

Doch dann meldete sich Soojung. Eine Koreanerin, die derzeit an ihrer Doktorarbeit arbeitet und sich einen Hund wünscht, jedoch im Moment aufgrund ihrer ungewissen Zukunft keinen eigenen Hund halten kann. Bei unserem ersten Treffen wurde schnell deutlich, dass wir ein gutes Match abgeben. Nun betreut sie Django bereits seit sechs Monaten und wir sind ein super Dreiergespann.

dogsharing

Tipps für die Suche nach einem kostenlosen – aber liebevollen Betreuer

Für mich war eBay Kleinanzeigen mit seiner großen Reichweite der Schlüssel zum Erfolg. Während meiner Suche kamen mir aber noch weitere Ideen:

  • Hängt Flyer in Supermärkten aus
  • Macht Seniorentreffs ausfindig und fragt dort nach, ob ihr Flyer auslegen dürft

In jedem Fall solltet ihr eure Erwartungen und Wünsche klar und deutlich formulieren um Missverständnisse vorzubeugen.

Das erwartet euch und euren Hundebetreuer: Die ersten Wochen im neuen Zuhause

Hunde sind Gewohnheitstiere. Django, als mein kleiner weißer Schatten, war es gewohnt, immer bei mir zu sein. Entsprechend hart waren die ersten Tage im neuen Zweit-Zuhause. Als ich ihn am Abend abholen kam, berichtete Soojung immer dasselbe: Django hatte den ganzen Tag vor der Tür gelegen und auf mich gewartet. In mir stieg die Angst auf, dass das Projekt „Dogsharing“ scheitern würde.

Aber mit der Zeit kam die Routine: Django verstand, dass ich ihn abends abholen kommen würde und er wurde ruhiger, gewöhnte sich in das neue Zuhause und an seine neue „Zweitfamilie“. Wenn ich ihn nun morgens abgebe, läuft er freudig mit dem Schwanz wedelnd in die Wohnung.

Allen, die sich vorstellen können einen Hund zeitweise bei sich aufzunehmen, rate ich Folgendes: Habt Geduld mit dem Hund. Seid nicht enttäuscht, wenn sich der Hund nicht sofort im neuen Zuhause wohlfühlt. Gebt ihm Zeit, Vertrauen zu euch und dem Betreuer zu fassen, die er benötigt.

Dogsharing und Hundeerziehung

Eines haben viele Hundehalter vermutlich gemeinsam: Niemand lässt sich gerne in die Erziehung seines Hundes reinreden. Schließlich kennt Herrchen oder Frauchen die eigene Fellnase selbst am besten – und weiß, wie bei deren Erziehung vorzugehen ist. Einen Hund zu teilen bedeutet daher auch, dass ihr bereit sein solltet, die Zügel ein Stück weit aus der Hand zu geben. Denn egal wie viele Absprachen mit dem Betreuer getroffen werden: Eine volle Kontrolle, ob sich dieser daran hält, habt ihr einfach nicht. Auch bei Django konnte ich Verhaltensänderungen feststellen, die ich mir nicht unbedingt herbei gewünscht hatte (wie zu Beispiel das Betteln am Tisch). Jedoch überwiegen für mich ganz klar die Vorteile, die ich aus dem Dogsharing ziehe und ich bin sehr dankbar, eine Lösung gefunden zu haben, mit der alle Beteiligten sehr glücklich sind.

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1 Kommentar

  • Marc sagt:

    Ich bin selber Hundebesitzer und finde Dogsharing eine super Idee.
    Als ich auf der Suche nach einem Hundesitter war bin ich auf Dogsharing aufmerksam geworden. Seitdem teile ich meinen Hund und wir beide haben was davon. Er ist tagsüber beschäftigt und in netter Betreuung und ich habe die Gewissheit, dass es ihm gut geht. Ich bin über die Seite http://www.teilzeithund.de fündig geworden.

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