Freude oder Unsicherheit? Was bedeutet das Wedeln mit der Rute bei deinem Hund wirklich?

Was bedeutet das Schwanzwedeln beim Hund?

Typisches Szenario nach einem langen Arbeitstag: Du drehst den Schlüssel im Schloss herum und hörst deinen Vierbeiner schon hinter der Tür hin und her laufen. Kaum ist die Tür einen Spalt offen, begrüßt deine Fellnase dich überschwänglich und kriegt sich kaum wieder ein. Auch seine Rute wedelt schnell von links nach rechts und macht die Wiedersehensfreude perfekt. Doch drückt das Schwanzwedeln wirklich immer Begeisterung aus?

Körpersprache deines Hundes richtig deuten

Du bist nicht alleine mit der Annahme, dass beim Wedeln mit der Rute die pure Freude aus deinem Bello spricht. Es ist eines der typischen Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Tier und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff unter Hundebesitzern.
Grundsätzlich ist das Wedeln mit der Rute bei deinem Partner mit der kalten Schnauze immer ein Zeichen von Erregung – ob positiv oder negativ kannst du nicht immer unmittelbar erkennen. Warst du länger von zu Hause weg und kommst zurück, freut sich Bello über deine Rückkehr – keine Frage. Doch diese Freude paart sich mit einer starken Unsicherheit und er fragt sich, ob alles noch so geblieben ist wie es war, als du gegangen bist? Gelten noch dieselben Regeln? Kümmerst du dich nach wie vor um seine Sicherheit? Alle diese Gefühle spiegeln sich im Wedeln mit der Rute wider.

Was die Rutenhaltung über deinen Hund verrät

Um also das Wohlbefinden deines Vierbeiners richtig deuten zu können, ist es wichtig seine Körpersprache insgesamt zu betrachten. Hängt die Rute ganz ruhig nach unten, kannst du davon ausgehen, dass dein Hund gerade entspannt ist. Du hast es geschafft jegliche Unsicherheit von ihm fern zu halten und ihm ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Ist die Rute von deinem Bello heruntergezogen und wirkt angespannt, drückt das hingegen Angst aus und er sieht Gefahr auf sich zukommen.

Wissenschaftliches über das Schwanzwedeln

Sogar die Richtung in der dein Liebling mit der Rute wedelt, gibt Aufschluss über seine Gemütslage. Denn auch bei Hunden werden in der linken Gehirnhälfte andere Gefühle verarbeitet als in der rechten. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ein eher nach rechts ausgerichtetes Wedeln in der linken Hirnhälfte ausgelöst wird und positive Emotionen bei deinem Hund weckt, wie zum Beispiel wenn er dich, seine vertraute Bezugsperson, sieht. Ist die rechte Hirnhälfte aktiv, richtet sich das Schwanzwedeln bei deinem Bello eher nach links aus und signalisiert Unsicherheit und Angst in der jeweiligen Situation.

Propellerschwanz und aufregende Träume

Viele Hunde können aber mit ihrer Rute nicht nur von links nach rechts, sondern auch im Kreis wedeln – wie ein Propeller. Dabei macht nur die Schwanzspitze eine kreisförmige Bewegung. Vielleicht hast du das ja sogar auch schon einmal bei deinem Liebling beobachtet? Ein sogenannter „Propellerschwanz“ tritt nur dann auf, wenn die positive Aufregung deines Hundes besonders groß ist und er sich absolut sicher fühlt. Dann hast du als Hundebesitzer deine Aufgabe zu einhundert Prozent erfüllt.

Die Rute ist Tag und Nacht in Bewegung

Nicht nur tagsüber ist die Rute deiner Fellnase äußerst aktiv und Ausdruck seiner Stimmung. Auch wenn er nach einem aufregenden Tag am Abend hundemüde in sein Bettchen fällt, bleibt sein Schwanz im Schlaf in Bewegung. Denn auch ein Hund durchlebt während des Schlafes verschiedene Traumphasen und träumt dabei nicht nur von übergroßen Hundeknochen und Leckerlis, sondern er verarbeitet das Erlebte. Ausgiebige Sparziergänge mit Stöckchen holen, herumtollen mit anderen Hunden, aber natürlich auch Momente in denen er unsicher oder ängstlich war. Zusätzlich zu den typischen Traumbewegungen wie das Zucken mit den Beinen oder das Schnappen nach Schlafphantomen bringt auch seine Rute noch Bewegung ins Körbchen. Aber die aktiven Träume deines Bellos müssen dich nicht beunruhigen. Für seine Entwicklung ist es sogar wichtig das Erlebte zu verarbeiten, um künftig bestimmte Situationen leichter einschätzen zu können.

Typische Situationen die Unsicherheit erzeugen

Fast jeden Tag versetzt du unwissentlich deinen Vierbeiner in Situationen, in denen ihm nicht als erstes Freude und Positives durch den Kopf schießt, sondern Unsicherheit. Als Zeichen seiner Erregung wedelt er erst einmal mit dem Schwanz. Um deinem Hund künftig immer ein gutes Gefühl geben zu können, hilft dir vielleicht ein kleiner Überblick über diese typischen Momente:

Du nimmst die Leine deines Bellos vom Haken und klapperst mit dem Schlüsselbund. Er freut sich im ersten Moment auf einen Spaziergang, doch gleichbedeutend damit ist er unsicher was ihn draußen erwartet und ob dort eventuell sogar Gefahren lauern. Aus dieser Stimmung heraus fängt er an mit der Rute zu wedeln. Während du es bislang als Vorfreude auf den Sparziergang gedeutet hast, ist es ein deutliches Anzeichen von Stress für deinen Liebling.

Stress beim Spaziergang

Ähnlich geht es ihm in einem Gelände in dem du ihn von der vermeintlich störenden Leine befreist und er sich frisch und frei austoben darf. Unzählige fremde Artgenossen sind bereits vor ihm dort gewesen und haben ihr Revier markiert. Diese verschiedenen Markierungen zu verstehen, ist für deinen Hund eine Situation mit einem hohen Stressniveau. Wenn du in solchen Momenten verstärkt auf seine Rute achtest, erkennst du deutlich den Unterschied zwischen Freude und Stress bzw. Angst.

Du bist für deinen Hund das wichtigste Rudelmitglied. Verlässt du das Haus ohne deinen Hund, ist das für ihn eine Situation in vollkommener Unsicherheit. Er kann nicht einschätzen, ob du wiederkommst und welche Auswirkungen das auf seine Sicherheit hat. Diese Unsicherheit erkennst du, wenn du wieder nach Hause kommst und er dich schwanzwedelnd begrüßt. Sobald du ihm bei deiner Rückkehr deutlich zu verstehen gibst, dass es keinen Grund für Unsicherheit gibt, legt sich das Wedeln und der Gemütszustand entspannt sich.

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