Bälle, Angeln & Co.: Die verschiedenen Spielformen der Katze

Katze im Spiel

Oft gibt es doch nichts Drolligeres und Aufmunternderes als einer Katze beim Spielen zuzusehen. Wenn sie sich auf den Boden wirft und nach einem Spielpartner schnappt, wenn sie flink einem Ball hinterherrennt oder wenn sie konzentriert und ganz behände nach der Spielangel jagt. Aber wusstest du auch, dass jede Spielweise ein anderes Bedürfnis der Katze befriedigt? Heute möchte ich dir die verschiedenen Spielformen der Katze vorstellen.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Katzen lernen, denn bereits ab der sechsten Lebenswoche hat Miezi all ihre Spielformen erlernt und setzt sie nun ganz instinktiv ein. Mit dem Erwachsenwerden verblassen einige Formen und es geht oftmals nicht mehr ganz so wild zu wie bei Katzenkindern, dennoch folgen die Katzen ihrem Spieltrieb ein Leben lang.

Das Spielen mit Objekten

Beim Spielen mit Objekten benötigt die Katze immer einen Gegenstand, den sie anvisieren und herumschleudern kann. Einfaches, zusammengeknülltes Papier, Bälle oder eine Spielangel kommen hier besonders gerne zum Einsatz. Während Freigänger-Katzen oftmals draußen Beute jagen, suchen sich Wohnungskatzen Gegenstände, die sie in der Wohnung finden. Bevorzugt werden Gegenstände, die interessante Geräusche machen (das Rascheln von Papier) oder solche, die sich blitzschnell bewegen können (Angel). Bei Spielformen, die sich auf Gegenstände beziehen, zeigt die Katze ihr ganzes Repertoire an Fanghandlungen. Sie liebt es dem Gegenstand aufzulauern, sich anzuschleichen, danach zu schlagen, es wieder wegzuschleudern oder es sogar herumzutragen. Diese Handlung kann die Katze mit schierer Ausdauer wiederholen und all ihre Energie dabei herauslassen. Die Katze ist von Natur aus ein Jäger. Bei dieser Spielform handelt es sich um Instinkthandlungen, die in den Genen der Katze liegen und die niemals unterbunden werden sollten.

Das Spielen mit Sozialpartnern

Mit einem Katzenkumpel spielen zu können ist für Katzen oftmals besonders schön. Jegliche Aufmerksamkeit ist hier auf den Partner gerichtet und jede Bewegung dient dazu, den Partner zum Spielen aufzufordern. Hier lauern sich die Katzen gegenseitig auf, schleichen sich an, werfen sich spielerisch zu Boden und fordern sich gegenseitig zu Verfolgungsjagden heraus. Meine Katzen lieben es, zum Beispiel, sich spielerisch zu Verfolgungsrennen aufzufordern. Dann flitzen sie gemeinsam durch den Flur, verfolgen sich, springen übereinander und schauen, wer am Ende der Schnellere ist.

Zum Spielen mit Sozialpartnern gehört aber auch der ein oder andere Pfotenhieb, gegenseitiges Umwerfen oder ein sich ineinander Verhaken und sich Umklammern. Verletzungen bleiben hier meist aus, denn die Katzen wissen um die spielerische Bedeutung.

Das imaginäre Spielen

Manchmal kommt es auch dazu, dass Katzen weder mit Objekten, noch mit Sozialpartnern spielen. Sie schlagen dann mit ihren Pfoten kreuzweise in die Luft als würden sie dort nach Fliegen fangen oder springen an der Wand hoch, als hätten sie dort Beute gesehen. Hier handelt es sich um so genannte Leerlaufspiele, die meist Ersatzhandlungen sind – ein Signal an die Halter, denn der Katze mangelt es an genügend Abwechslung und Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich lebt sie zudem als einzige Katze in der Wohnung. Deshalb bildet sie sich Spielpartner oder Objekte ein, an denen sie ihre Energie auslassen kann. Viel schöner wäre es für die Katze natürlich einen Spielpartner zu haben und eine katzengerechte Umgebung mit Spielzeug, Kletter- und Versteckmöglichkeiten.
Übrigens: Eine Katze in reiner Wohnungshaltung benötigt mehrere Spieleinheiten von mindestens 15 Minuten am Tag um sich nicht unterfordert zu fühlen. Meist zeigt die Katze von sich aus, wann sie gerne spielen würde. Schläft deine Katze, so lass sie schlafen und wecke sie nicht. Eine Katze, die viel Zuwendung und regelmäßige Spieleinheiten bekommt, ist eine ausgeglichene und glückliche Katze. Und das ist es doch, was wir für unsere Samtpfötchen wollen, oder?

Über Annika

Annika lebt mit ihren drei Katzen in München. Sie hat eine Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Katzen gemacht und berichtet auf ihrem Blog Stilliebe vom Zusammenleben mit ihren Samtpfötchen und vielen anderen schönen Dingen des Lebens.

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