Nassfutter oder Trockenfutter – was ist besser für meine Katze?

Nass- oder Trockenfutter für die Katze

Die einen lieben es geschmeidig-feucht, die anderen knusprig-trocken. Genau wie wir Menschen haben auch Katzen ihre zum Teil ganz speziellen Vorlieben, wenn es ums persönliche Lieblingsfutter geht. Doch was ist eigentlich besser für ihren Organismus? Nassfutter oder Trockenfutter? Wir klären auf.

Es gab eine Zeit, noch gar nicht mal lange her, da bekamen Katzen das vorgesetzt, was an Resten von menschlichen Mahlzeiten übrig blieb. Mal waren das tatsächlich tierische Überbleibsel wie Knorpel, Sehnen und Knochen – ein anderes Mal konnten das auch Kartoffeln mit Soße und Gemüse sein. Und die Katzen? Die fraßen. Aus Mangel an Alternativen – zumindest bei reinen Hauskatzen, die keine Möglichkeit hatten, sich immer mal wieder zwischendurch eine verlockende Maus zu gönnen. Dass diese Art der Nahrung meist nicht artgerecht bzw. ausgewogen war? Heutzutage für die meisten kein Geheimnis. Auch große Konzerne erkannten die klaffende Marktlücke und werben inzwischen mit unzähligen Futtersorten, die einzig und allein für Samtpfoten entwickelt werden. Zum Angebot zählen schier unzählige Ausführungen von Trockenfutter und Nassfutter – und allerlei weitere Naschis, mit denen der geliebte Stubentiger verwöhnt werden kann. Heute geben die Deutschen rund 1,5 Milliarden Euro jährlich für Katzenfutter aus. Rekordwerte, die sich noch vor 30 Jahren wohl niemand hätte vorstellen können.

Wählen können Katzenbesitzer für ihre geliebten Tiere nicht nur zwischen herkömmlichen Geflügel-, Fleisch- und Fischfuttersorten, sondern auch zwischen erlesenen Menüs. Wie wäre es beispielsweise mit saftigen Filetstückchen, serviert mit knackigem Brokkoli? Oder feinem Ragout von Straußenfleisch an Béchamelsoße? Klingt köstlich, oder? Bevor uns selbst jetzt das Wasser im Munde zusammenläuft, widmen wir uns lieber wieder der zentralen Frage: Welches Futter – nass oder trocken – ist für meine Katze eigentlich das beste?

Nassfutter hat Vorteile

Anders als bei Hunden, die von Natur aus viel trinken, ist der Organismus einer Katze darauf ausgerichtet, möglichst viel Flüssigkeit mit der Nahrung aufzunehmen. Schließlich ist der einstige Lebensraum von Katzen die Wüste. Wasserquellen waren also eher Mangelware. Feuchtigkeit nahmen Samtpfoten zu dieser Zeit vorrangig durch ihre Beute auf. Und zur Not konnten sie sogar einige Tage ganz ohne Wasser auskommen. Wie gesagt: zur Not. Denn dursten muss und sollte unser geliebter Schnurrapparat nicht. Zu wenig Feuchtigkeit kann sich nämlich schädlich auf die Nierentätigkeit von Katzen auswirken und langfristig sogar zu Nierenversagen führen. Nicht nur deshalb empfehlen Tierärzte eine Trinkmenge von 40 bis 50 Millilitern Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.

Ausreichend Flüssigkeit für Wohnungskatzen

Freigänger schaffen es meist, diese Mengen über die Nahrung aufzunehmen. Denn Mäuse, das wohl bekannteste Leibgericht von Katzen, bestehen zu rund 70 Prozent aus Wasser. Und was ist mit reinen Wohnungskatzen? Die sind auf die Flüssigkeit angewiesen, die sie mit dem Nassfutter zu sich nehmen, denn erfahrungsgemäß trinken die meisten Katzen tendenziell zu wenig. Nassfutter kommt der natürlichen Ernährung der fleischfressenden Katze schon sehr nahe – vorausgesetzt die Qualität stimmt. Der Faktor „Zusammensetzung“ spielt natürlich auch beim Trockenfutter eine wichtige Rolle, wobei es dort erhebliche Unterschiede gibt.

Grundsätzlich gilt für beide Futtervarianten:

  • Je kleiner die empfohlene Füttermenge der Katzennahrung ist, desto besser
    ist in der Regel ihre Verwertbarkeit
  • Je billiger das Produkt, desto geringer ist meistens seine Qualität
  • Je höher der Getreideanteil und je niedriger der Fleischgehalt, desto
    schlechter für die Katze

Ein Nachteil von Nassfutter ist nicht selten sein Geruch. Gerade wenn die Katzeneltern über Tag nicht zu Hause sind, könnte der zum Problem werden. Außerdem lockt er unliebsame Mitesser wie Fliegen & Co an.

Kann ich meine Katze einfach nur mit Trockenfutter füttern?

Das Füttern ausschließlich mit Trockenfutter mag für uns Menschen die schnellste und einfachste Art sein, ist aber aus den benannten Gründen bedenklich und für die wenigsten Fellnasen gesund. Ausgenommen hiervon sind natürlich Stubentiger, denen der Tierarzt Unverträglichkeiten diagnostiziert hat und die derentwegen nur Trockenfutter vertragen. Da gutes Trockenfutter von Vorteil für Miezis Zähne ist, können eingefleischte Trockenfütterer am besten dazu übergehen, das Trockenfutter und Nassfutter der Katze zu mischen oder so zu kombinieren, dass sie zum Beispiel morgens Trockenfutter servieren und abends Nassfutter kredenzen. Wie die meisten Menschen werden auch viele Katzen dankbar für etwas Abwechslung im Speiseplan sein. Allerdings sind die Samtpfoten auch Gewohnheitstiere und müssen langsam an jede Nahrungsumstellung herangeführt werden.
Wer nun also sein Katzenfutterrepertoire überdenkt und anpassen möchte, sollte jeden Tag etwas mehr von dem neuen Futter unter das alte mischen, damit seine vierbeinigen Mitbewohner sich Schritt für Schritt umgewöhnen können.

Andere Lebensumstände, anderes Futter

Grundsätzlich ist bei der Entscheidung für Trocken- oder Nassfutter oder einer Kombination aus beidem auch das Alter deiner Katze von Belang. Jungkatzen haben immerhin andere Bedürfnisse als in die Jahre gekommene Samtpfötchen. Ob es sich um eine reine Hauskatze oder einen Freigänger handelt (die Sache mit dem Mäusesnack), die Rasse (Langhaarkatzen brauchen in der Regel etwas andere Mineralstoffzusammensetzungen als Kurzhaarkatzen) und nicht zuletzt eventuelle Krankheiten, die eine Diät verlangen.

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