Was die Katze mit ihren Kopfbewegungen verraten will

Kopfstellung bei Katzen

Wie oft man sich wohl wünscht, die Gedanken der eigenen Katze lesen zu können. Oder gar mit ihr zu reden, wäre das nicht wunderbar? Wir könnten sie fragen ob sie Hunger hat, sie könnte uns erzählen, wenn sie Zuneigung möchte, oder uns sagen, wenn es irgendwo schmerzt. Ok, reden wird die Katze nie können, aber es gibt viele andere Zeichen, die uns die Katzen geben. Wir müssen sie nur erkennen und wahrnehmen.

Die Körpersprache der Katze

Die Katze hat ihre ganz eigene Körpersprache. Weniges ist purer Zufall, die meisten Bewegungen sollen den Katzenkumpeln und uns etwas sagen. Vieles kennen wir ja schon: Streift uns die Katze um die Beine und miaut, dann will sie oftmals Futter oder zumindest ein saftiges Leckerli. Stupst sie uns gar mit der Pfote an, möchte sie natürlich unsere volle Aufmerksamkeit. Und wenn das Schwänzchen senkrecht nach oben zeigt, signalisiert sie damit dass sie sich freut. Aber die Katze gibt uns noch viel kleinere, simplere und subtilere Zeichen – auch mit ihrem Kopf. Die Kopfstellungen deiner Katze gibt uns darüber Auskunft, wie sie sich in diesem Moment fühlt.

Die Kopfstellungen der Katzen

Ganz ähnlich wie beim Schwanz der Katze, ist auch ein nach oben gestreckter Kopf ein gutes Zeichen. Sieht euch eure Katze also mit erhobenem Köpfchen an, so will sie euch sagen: „Mir geht es gut, ich habe Freude, komm ruhig zu mir uns streichle mich ein wenig.“

Ein nach unten geneigter Kopf verlangt Ruhe

Senkt sie allerdings den Kopf nach unten, so drückt sie damit genau das Gegenteil aus. Das Samtpfötchen hat in diesem Moment kein Interesse an Streicheleinheiten und möchte einfach in Ruhe gelassen werden. Vielleicht döst sie auch gerade vor sich hin und hat noch keine Lust aufzustehen.

Diese Kopfstellung signalisiert Verlegenheit

Wendet sie den Kopf zur Seite, dann versucht sie aus einer unangenehmen Situation möglichst glimpflich zu entkommen. Vielleicht hat sie an der Tapete gekratzt und weiß genau, dass das falsch war. In diesem Moment ist sie verlegen und versucht genau das mit ihrer Kopfbewegung zu verdeutlichen.

Achtung bei dieser Kopfstellung

Für mich gibt es ein besonderes Kopfzeichen, das, wenn man es erkennt, einem so manchen Pfotenhieb ersparen kann. Vielleicht hattet ihr auch schon einmal folgende Situation: Ihr liegt auf dem Sofa und eure Katze kuschelt sich auf euren Bauch oder neben euch. Ihr streichelt sie und sie schnurrt munter drauflos. Doch plötzlich kneift sie euch leicht in den Finger oder gibt euch einen kleinen Hieb auf die Hand. Dann schimpft ihr mit ihr, doch der Stubentiger versteht nur noch Bahnhof und zieht sich beleidigt zurück. Das hättet ihr ganz einfach vermeiden können. Der ‚Fehler‘: Ihr habt das Zeichen eurer Katze nicht erkannt.

Hat Miezi genug Streicheleinheit, dann hebt sie leicht ihren Kopf. Manche nur minimal. Habt ihr immer noch nicht aufgehört zu streicheln, dann zieht sie den Kopf zusätzlich zurück. Ihr Signal an euch aufzuhören. Eure Katze hat euch nun also schon zwei Mal gesagt „Hör bitte das Streicheln auf, ich möchte einfach nur noch etwas bei euch liegen.“

Wenn man einmal ganz bewusst darauf achtet, wie oft die Katze kleine Bewegungen mit ihrem Kopf macht, kann man sie viel leichter verstehen. Hat man die kleinen Kopfbewegungen der Vierbeiner einmal bemerkt, so kann man ihre Signale deuten und erspart sich vielleicht auch den einen oder anderen Kratzer.

Über Annika

Annika lebt mit ihren drei Katzen in München. Sie hat eine Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Katzen gemacht und berichtet auf ihrem Blog Stilliebe vom Zusammenleben mit ihren Samtpfötchen und vielen anderen schönen Dingen des Lebens.

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14 Kommentare

  • Lilith sagt:

    Meine Katze streicht/stößt immer mit der Seite ihres Kopfes gegen Gegenstände oder auch nicht. Wie kann ich das verstehen?
    Ich habe auch eine Katze bei einem Verwandten, wo ich recht oft bin und bei dieser habe ich dieses Verhalten noch nicht beobachten können.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Lilith,

      deine Katze setzt mit dem Streichen von Kopf und Körper Duftmarken. Jede Katze hat einen Eigengeruch, der für Menschen nicht unterscheidbar ist. Die Katze jedoch markiert mit dem Reiben an Gegenständen ihr Revier und signalisiert ihr Wohlbefinden.
      Mach dir also keine Gedanken, denn manche Katzen tun dies mehr als andere.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Anastasia Paraschou sagt:

    Ich hab vorgestern 2 Katzenbabys bekommen ,sind Geschwister und Kater.
    Als ich sie besichtigt habe waren sie noch total aufgeregt und interessiert , seitdem sie in der Wohnung sind sie nur am verstecken und total ängstlich.
    Gehen hinter Wohnwand, Spülmaschine, Bett…sobald wir draussen sind kommen sie aus ihr Versteck raus und essen u.s.w aber sobald wir da sind verschwinden sie wieder..
    Der kleine hat sogar versucht aus einem gekippten Fenster raus zugehen ..ich weiss nicht was ich tun soll wie kann ich sie Verstehen..sobald ich sie anspreche spitzen sie die Ohren und gucken mich an, aber sobald ich mich bewege gehen sie weg .
    Bitte gibt mir Tipps als Besitzeranfängerin

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Anastasia,

      damit sich die beiden kleinen Katzen besser an die neue Umgebung gewöhnen, benötigen sie einen Rückzugsort, an dem sie zur Ruhe kommen können. Außerdem hilft es, wenn du ihnen weiterhin das bisherige Futter gibst, dann müssen sie sich nicht an ein neues gewöhnen. Sie freuen sich bestimmt auch über einen Kratzbaum mit Klettermöglichkeiten und Höhlen zum verstecken. Es ist ganz normal, dass sich die beiden zu Beginn noch oft verstecken und unsicher sind. Gib ihnen genug Zeit, sich an die neuen Einflüsse zu gewöhnen. Wir haben dazu auch einen Artikel verfasst: „So kannst du Katzenbabys an ein neues Zuhause gewöhnen„. In dem findest du weitere Tipps, deine beiden Katzenbabys an ihr neues Zuhause zu gewöhnen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Heike sagt:

    Hallo und grüß Gott 🙂
    Ich hatte vor zwei Jahren ein Geschwisterpaar (Katze und Kater) mit 12 Wochen zu mir geholt. Ich hatte beide kastrieren lassen weil mir immer gesagt wurde dass dann die Kater nicht weglaufen. Sie wurden geimpft gechipt und rundum tierärztlich versorgt damit es ihnen gut geht. Ich hatte eine sehr intensive Beziehung zu dem kleinen Kater. Er war der dominantere Part. Er schmuste mich wie ein Baby und seine Schwester durfte nur unterhalt von ihm liegen. Lagen sie alleine auf einem Stuhl Sessel o.ä. schmuste sie sich immer in Löffelchenstellung an ihn dran, was er auch duldete. An Silvester 2019 verschwand er und ich habe 2 Monate wirklich alles versucht ihn wieder zu finden. Ich bin sogar nachts in der Wiesen und Waldumgebung herum. Meine Trauer war extrem und auch Kitty seine Schwester hat sehr getrauert und hat sehr meine Nähe gesucht. Wann immer sie konnte drückte sie sich an mich, schlief an meinem Körper und so verging das Jahr. Mittlerweile bin ich wieder offen und habe das Ganze einigermassen verkraftet aber ich denke hin und wieder doch noch an ihn und glaube dass er lebt.
    Da ich familiär sehr eingebunden bin durch Pflege der Eltern und Schwiegerelter, ich arbeite 5 Stunden und habe noch meine 1 jährige Enkeltochter ist Kitty (mittlerweile 2,5 Jahre) viele Stunden alleine. Wenn ich dann abends zu Hause bin, bin ich oft zu müde um noch lange mit ihr zu spielen da kommt ja dann auch noch die tägliche Hausarbeit hinzu.
    Fazit ist…. ich möchte ihr heute eine Kollegin mitbringen. Sie ist 1 Jahr und aus dem Tierheim. Sie wird heute kastriert.
    Ich habe ein grosses Haus von 240 qm und habe ihr ein Zimmer seid Tagen hergerichtet das war das frühere Katzenzimmer mit Kletterturm etc. Ausblick in die Ferne usw. Trotzdem habe ich jetzt Angst dass die zwei vielleicht nicht zusammenfinden. Ich lasse der Neuen die Zeit sich erstmal übers Wochenende in dem Zimmer zu aklimatisieren und erholen sie wurde ja erst gestern oder heute kastriert und beobachte meine Kitty. Kann ich noch irgendwie irgendwas tun?

  • Lukas sagt:

    Meine Katze macht immer ihr Kopf nach hinten dreht sich und zittert und wenn man Geräusche macht dann rennt sie weg

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Lukas,

      da wir leider keine Ferndiagnose stellen können, empfehlen wir dir einen Besuch bei einem Tierarzt!

      Dein tierisch wohnen Team

  • Kittylunamama sagt:

    Hallo ich habe in unserer Gartenanlage letzten September ein ca 2 Wochen altes zuckersüßes Katzenbaby Mamalos und total hungrig aufgefunden. Es war anfangs schon ein bisschen anstrengend sie auch nachts immer alle 2-3h zu füttern und sie tagsüber überall mit hin nehmen zu müssen, um sie immer füttern zu können. Aber alles gut. Sie ist eine sehr schöne lustige ind liebe (inzwischen auch schon sterilisierte) junge Dame . Sie ist mir sehr nah, geht aber auch raus und auch in den Garten meines Freundes, der in einer anderen Stadt wohnt. Jetzt meine Frage, auf dieich noch nirgends eine Antwort gefunden habe : Wenn ich sie streichel und wieder mit der “ geöffneten Faust“ kurz vor ihrem kopf bin, dan steckt sie ihren Kopf kurz rein und zieht ihn nach einem kurzen Moment wieder raus. Ich glaube schon dass es Zuneigung ist, ich kann es nur nicht richtig verstehen.
    Danke im voraus für die Antwort
    LG die Kittylunamama

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Kittylunamama,

      das hört sich für uns auch nach Zuneigung an! Katzen reiben gerne ihren Kopf an Dingen / Menschen, die sie lieben! Das ist also definitiv ein gutes Zeichen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Flo sagt:

    Liebes Tierisch-Wohnen-Team 🙂

    danke, dass man euch hier direkt schreiben kann.!

    Mein Kater ist 14 Jahre alt und seit ein paar Wochen habe ich beobachtet, dass er immer im selben Zeitraum, 12-15 Uhr, auf dem Boden hockt und anschließend seinen Kopf seitlich mit einem Ohr auf den Boden legt. Er schaut dabei „erleichtert“ aus. Ich habe nicht das Gefühl, dass er Schmerzen hat (aber das ist schwer zu beurteilten und macht mir deshalb Sorgen).

    Ich bekomme direkt das Gefühl, dass er müde ist. Da er ja schon alt ist, denke ich mir, dass er Ruhe braucht und einfach nur schlafen möchte. Was er auch direkt tut, wenn man ihm die Tür ins Haus aufmacht.

    Es passiert also immer draußen. Was mich so bedrückt, ist, dass er das immer zu den unpassendsten Zeiten macht. Er ist generell ziemlich schreckhaft, er würde einfach nicht in unruhigen Situationen oder Orten, wie neben der Straße, seine Aufmerksamkeit aufgeben.

    Es passt einfach so garnicht in den Moment. Er macht so eine zufriedene erleichterte „ich lege jetzt mal kurz meinen Kopf hin und mach die Augen zu“ Geste und ganz ehrlich, ich habe Angst dass er körperlich nicht mehr kann. Ignorieren will ich das nicht, darum frage ich hier nach und frage sonst direkt beim Tierarzt.

    Ansonsten gibt es bezüglich Essen und Stuhlgang keine Sonderheiten.

    Ich glaube ich habe einfach Angst Warnzeichen oder Zeichen von Unbehagen zu ignorieren und wäre für jeden Tipp oder Erklärung sehr dankbar.

    Liebe Grüße,

    Flo.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Lieber Flo,

      vielen Dank für deine Nachricht. Leider können wir die Situation aus der Ferne nur schwer einschätzen.
      Deshalb raten wir dir, einmal beim Tierarzt nachzufragen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Jo lange sagt:

    Liebes TW Team, seit August letzten Jahres lebt eine Katze bei uns . Sie ist 1,5 Jahre alt. Wenn ich sie manchmal anspreche oder ansehe, bewegt sie ihren Kopf ruckartig, fast nickend. Ich kenne das nicht von Katzen. Sie hat allerdings nur ein Auge. Was kann das bedeuten? Liebe Grüße Jo

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Lieber Jo,

      aus der Ferne ist es für uns leider schwierig, dazu eine Diagnose abzugeben. Wenn du dir unsicher bist, ob es deiner Katze gut geht, empfehlen wir dir, dieses Verhalten mal beim Tierarzt anzusprechen.

      Dein tierisch wohnen Team

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