Giftköder – Vorbeugung und Verhalten im Vergiftungsfall

Immer wieder werden Hunde Opfer von Giftköder-Attacken. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund einen Giftköder gefressen hat, heißt es schnell handeln. An welchen Symptomen du erkennst, ob dein Vierbeiner eine Vergiftung hat und wie du im Ernstfall reagierst, erfährst du in diesem Artikel.

Ob beim Gassigehen im Park, in Wäldern, auf Gehwegen oder gar im eigenen Garten – die Gefahr, dass ein Giftköder von einem Hundehasser platziert wurde, lauert leider fast überall. Im hohen Gras oder unter Gebüsch versteckt, sind sie für Frauchen oder Herrchen auf den ersten Blick oft nicht direkt erkennbar. Unsere vierbeinigen Freunde mit ihrer feinen Nase spüren die vermeintlichen Leckerlis hingegen recht schnell auf – oft mit fatalen Folgen.  

Achtung, Giftköder: So erkennst du sie 

Wie sehen Giftköder für Hunde eigentlich aus? Leider gibt es hierauf keine pauschale Antwort, da sich Hundehasser verschiedenste Dinge einfallen lassen, um Hunden zu schaden. So werden zum Beispiel in vermeintlich schmackhaft aussehenden Hackbällchen, Würstchen oder Fleischwurststückchen gefährliche und scharfkantige Gegenstände wie Rasierklingen, Nägel oder Angelhaken versteckt. Die präparierten Köder sind ebenso häufig mit Rattengift oder Schneckenkorn versehen.  

Symptome: So erkennst du eine Vergiftung beim Hund  

Wenn dein Hund einen Giftköder gefressen hat, können die Symptome unterschiedlich ausfallen –teils unmittelbar oder erst zwei bis drei Tage später. Je nach der Zusammensetzung des Giftköders können sich die Symptome unterscheiden:  

Symptome bei einer Vergiftung mit Rattengift:  

Ein Giftköder mit Rattengift ist besonders tückisch, denn die ersten Anzeichen einer Vergiftung treten erst Tage später auf. Typische Anzeichen sind zunächst Abgeschlagenheit, Husten und Blutungen der Maulschleimhaut. Im späteren Verlauf blutiger Durchfall, Krämpfe und Atemnot.  

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Rattengift gefressen hat, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen – auch wenn deine Fellnase noch keine Symptome zeigt. Denn je schneller du handelst, desto größer sind die Überlebenschancen für deinen Hund.  

Symptome bei einer Vergiftung mit Schneckenkorn: 

Schneckenkorn ist ein Schädlingsbekämpfungsmittel, das gegen Schneckenbefall im Garten, aber auch auf Feldern eingesetzt wird. Die bunten Kugeln – oft blau, grün oder rot eingefärbt – sind aber auch für Haustiere gefährlich. Je nach Körpergröße deines Hundes können schon kleinste Mengen zu massiven Vergiftungserscheinungen führen und tödlich wirken. Erste Anzeichen für eine Vergiftung sind verstärkter Speichelfluss, Zittern, Unruhe, Krampfanfälle und Erbrechen. Oft steigt zudem die Körpertemperatur an. Auch hier gilt: Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Schneckenkorn gefressen hat, solltest du ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen, da das Gift schon innerhalb von 30 Minuten nach Aufnahme wirkt.  

Giftköder mit scharfkantigen Gegenständen: 

Wenn dein Hund einen Giftköder mit einem scharfen Gegenstand gefressen hat, merkst du das meist direkt an Blut am Maul deines Vierbeiners. Es kann aber auch schnell zu Schäden an Speiseröhre, Magen oder Darm kommen. Auch hier ist der direkte Weg zum Tierarzt unumgänglich, um schlimme Folgen zu verhindern.  

Hund wird vom Tierarzt untersucht.

Bei einer Vergiftung muss der Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Erste Hilfe: Das kannst du tun, wenn dein Hund einen Giftköder gefressen hat 

Es ist der Albtraum eines jeden Hundebesitzers, wenn die Fellnase einen Giftköder gefressen hat. Deine eigenen Handlungsmöglichkeiten sind bei Vergiftungen jedoch sehr begrenzt und du solltest darauf verzichten, Hausmittel auszuprobieren. Die wichtigste Maßnahme bei einer Vergiftung ist es, deinen Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik zu bringen. 

Falls du direkt mitbekommen hast, wie dein Hund einen Giftköder gefressen hat, kannst du Folgendes tun: 

  • Entferne, falls noch möglich, sofort den Giftköder aus dem Maul deines Hundes. 
  • Leine deinen Vierbeiner an und halte ihn vom Giftköder (bzw. dem Rest des Giftköders) fern.  
  • Falls möglich, sichere die Reste vom Giftköder. So kann der Tierarzt ihn unter Umständen untersuchen und gezielt gegen das Gift vorgehen.  
  • Wenn dein Hund bewusstlos werden sollte, lege ihn in die stabile Seitenlage und halte seine Atemwege frei. 
  • Bringe deinen Hund unmittelbar zu einer tierärztlichen Behandlung. Falls möglich, kannst du den Notfall schon auf dem Weg dorthin ankündigen.  

Die Überlebenschancen deines Vierbeiners hängen von seiner körperlichen Verfassung, der Art und Menge des gefressenen Giftes sowie des Zeitraumes zwischen Gifteinnahme und Behandlung ab. 

 Der Tierarzt wird den Kreislauf deines Hundes stabilisieren. Mit verschiedenen Maßnahmen wie Brech- und Durchfallmittel, Magenspülungen oder Einläufen wird die Fellnase behandelt. Je nach Gift bekommt der Hund zudem Medikamente, die das Gift an sich binden. Infusionen können ebenso helfen, die Giftstoffe zu verdünnen, sodass sie schneller aus dem Körper ausgeschieden werden.  

Vorbeugung: So schützt du deinen Hund vor Giftködern 

Viele Hunde sind kleine Vielfraße, die alles futtern, was ihnen unter die Schnauze kommt. Doch es gibt ein paar Tipps, wie du deinen Hund vor Giftködern schützen kannst.  

Training des Kommandos „Aus” 

Viele Hundebesitzer kennen es: Der Hund hat irgendetwas Fressbares draußen gefunden, und zack, ist es im Maul verschwunden. Widerworte helfen da wenig, auch wenn Frauchen oder Herrchen noch so schimpfen – der Hund rennt kauend mit seinem Fundstück davon. 
Dagegen hilft nur eins: Training, Training, Training. Es ist unerlässlich, dass der Hund auf wichtige Kommandos wie „Sitz”, „Platz”, „Stop” und vor allem auf „Aus” hört. Am besten ist es, Hunden diese Grundbefehle schon im Welpenalter beizubringen und sie dann immer wieder aufzufrischen.  

Im Idealfall sollten Hunde schon von klein auf lernen, nichts zu fressen, was auf dem Boden liegt.  

Augen auf beim Gassigehen 

Oft sind wir im Alltag gehetzt und lassen uns selbst beim Gassigehen von unserem Smartphone ablenken. Doch das ist fatal: Stattdessen sollte die Gassirunde als kleine Auszeit genossen werden und die Aufmerksamkeit auf deinem vierbeinigen Freund liegen. Viele Gefahrenquellen sind so schon frühzeitig erkennbar.  

Damit dir und deinem Vierbeiner beim Gassigehen nicht langweilig wird, kannst du immer mal wieder Abwechslung in die Gassirunde reinbringen, zum Beispiel mit Spielen wie Stöckchen- oder Ballholen. So kommt dein Hund gar nicht erst auf die Idee, in Gebüschen nach Essbarem zu suchen. 

Hund bringt Stock beim Gassigehen.

Das kannst du tun, wenn du einen Giftköder gefunden hast 

Giftköder auslegen ist eine Straftat  dem Täter droht eine hohe Geldbuße von bis zu 25.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Deshalb solltest du unbedingt die Polizei informieren und einen Strafantrag stellen, wenn du einen Giftköder gefunden hast. Denn nur dann kann die Polizei die Tat aktiv verfolgen und den Hundehasser möglicherweise zur Verantwortung ziehen.  

Sollte dein Hund einen Giftköder gefressen haben und der Täter wird gefunden, kannst du zudem auf zivilrechtlichem Weg Schadenersatzansprüche gegen ihn geltend machen. Das kann sich zum Beispiel auf die Tierarztkosten, Fahrtkosten zum Tierarzt und die Kosten für die Bestattung des Hundes beziehen.  

Dafür ist es aber notwendig, dass du alle Beweise sammelst, die mit der Tat in Verbindung stehen.  

So gehst du bei der Beweissicherung vor: 

  1. Mache ein Foto des Giftköders. 
  2. Sichere den Giftköder. 
  3. Gibt es Zeugen? Dann nimm ihre Kontaktdaten auf.  

Warnung vor Giftködern an andere Hundehalter 

Es besteht die Gefahr, dass der Täter oder die Täterin nicht nur einen Giftköder ausgelegt hat, sondern mehrere. Deshalb solltest du deinen Giftköderfund anderen Hundehaltern mitteilen – über Gespräche, Aushänge oder eine Meldung in der regionalen Zeitung. 
Im Internet, unter Giftkoeder-radar.com, kannst du zudem Warnungen über Giftköder kostenlos veröffentlichen und dich ebenso über mögliche Giftköderfunde in deiner Region informieren.  

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