Dem Hund das Bellen an der Tür abgewöhnen

Hund das Bellen abgewöhnen

Dein Hund bellt wenn es klingelt? So gewöhnst du es ihm ab

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bekomme unheimlich gerne Post. Mein Hund Joker übrigens auch.
Mittlerweile ist er durch unser Training um einiges entspannter geworden, wenn Besuch kommt. Dass der Hund bellt wenn es klingelt gehört der Vergangenheit an. Früher war davon nur zu träumen. „Weder Robbie, noch Til Schweiger, noch Orlando. Sie schreit nur noch bei Zalando…“ Kennt ihr das? Ich liebe dieses Lied von Ina Müller, einfach herrlich. In Jokers Fall war das Schreien eher ein Quietschen und aufgeregtes Herumwuseln und es war völlig egal, was oder wer an der Tür war.

Würde ich nach der allgemeinen Deutung des Rutewedelns gehen, liebt er Besuch und freut sich tooootaaaal, wenn es klingelt und jemand vor der Tür steht. Er wedelt und wedelt und überschlägt sich beinahe. Aber nur beinahe. Mittlerweile weiß ich ja, wie ich diese Aufregung und ja, es ist Aufregung und keine Freude, gut umlenken kann und ihn damit wunderbar runterfahre.

„Wie jetzt, Sandra? Das Wedeln ist keine Freude???“ Wisst ihr, wie oft ich das gefragt werde? Ich antworte dann immer folgendes: Gib Deinem Hund mal ein schönes Stück Fleisch, einen Knochen oder irgendwas anderes von dem Du weißt, da steht er unheimlich drauf. Lass ihn sich kurz damit beschäftigen und dann sei der böse Spielverderber und nimm es ihm wieder weg. Huch, und jetzt? Naja, er wird sicher mit der Rute wedeln und mal ganz ehrlich. Hast Du jetzt das Gefühl, dass er sich freut? Wohl kaum. Und nichts anderes ist das mit der Aufregung beim Klingeln an der Tür oder wenn Besuch kommt.

Eine genaue Analyse des Verhaltens, wenn es an der Tür klingelt

Mit jedem Neukunden bespreche ich im Ersttermin ganz bestimmte Sachen. Unter anderem teste ich den Hund auf verschiedenste Reaktionen aus und ebenso erfrage ich vom Besitzer Dinge wie „Reagiert er auf Türklingeln und wie schaut das dann aus?“. Da sich der Erstkontakt bei mir aus taktischen Gründen immer außerhalb des Hundereviers abspielt, erlebe ich dies nämlich nicht aus erster Hand und lass mir daher erstmal berichten. Im folgenden Gespräch in der Wohnung oder im Haus schaue ich mir die Situation natürlich auch selbst an, denn viele Kunden neigen dazu, das Verhalten ihres Lieblings zu verharmlosen. Völlig verständlich, da sie eine emotionale Bindung zu ihrem Hund haben. Da ich aber sehen muss, wie Wuffi sich wirklich verhält und woran wir arbeiten müssen um Erfolg zu haben, wird alles nochmal objektiv betrachtet und ja… Die meisten Hunde schlagen an, wenn es klingelt.

Warum bellt der Hund wenn es klingelt?

Was im Grunde genommen auch nicht schlimm ist. Würde man dies kurz bestätigen und dem Hund daraufhin vermitteln, dass Herrchen oder Frauchen jetzt wieder die Führung übernimmt. Und dass tatsächlich WIR entscheiden, wer in unser Haus kommt und nicht der Hund. Das Bellen ist übertragen betrachtet einfach nur ein „Obacht, da ist was“. Nicht mehr. Wird jedoch Öl in´s Feuer gegossen, wird´s schnell ungemütlich und nervig. Auch eventuelle Nachbarn sind nicht wirklich happy über ewig langes Gekläffe.Verhalten des Hundes wenn es klingelt

Hunde spiegeln oftmals ihre Besitzer

„Aber ich gieß doch nun wirklich kein Öl in´s Feuer! Und überhaupt, wie denn?“. Viele tun dies leider völlig unbewusst. Da ist anfangs ein hektisches Aufstehen und zur Tür rennen wenn es geklingelt hat, was den Hund dazu motiviert, doch gleich mal mit loszuspringen und zur Tür zu hechten. Einfach um zu kontrollieren, weshalb denn der Mensch nach dem Klingeln so aufgeregt ist. Oder auch das berühmte „Na wer kommt denn jetzt??? Komm wir gucken mal, wer jetzt kommt!“. Und ich weiß ganz genau, es werden sich jetzt viele da draußen wiedererkennen, hihi… Und wisst ihr jetzt, wieso ich auf die Frage, warum denn der Hund beim Türklingeln bellt nur antworte „Naja, irgendjemand hat´s ihm ja auch beigebracht…“

Hund das Bellen abgwöhnen

Wie gewöhnt man den Hund an die Türklingel?

Wie verhaltet ihr euch denn nun aber von Anfang an richtig? Ganz einfach. Indem ihr wie eigentlich immer im Umgang mit eurem Hund schlicht und einfach ganz ruhig bleibt. Klingelt es, steht ihr völlig selbstverständlich auf und geht zur Tür. Bleibt euer Hund liegen, wunderbar. Bestätigt ihn kurz dafür, das kann auch ein kurzes Streicheln sein, und geht zur Tür. Macht kein großes Drama draus und bittet auch euren Besuch, dies nicht zu tun. Eine stürmische Begrüßung seitens „Oma“ und „Opa“ zum Beispiel macht nämlich euer ganzes Training zunichte. Damit es funktioniert, weiht euren Besuch vorher ein oder noch besser: Ladet euch extra für Trainingszwecke gleich zu Beginn die verschiedensten Leute aus eurem Freundes- und Bekanntenkreis ein. So wird es für euren Hund von Anfang an zur absoluten Normalität, dass Leute klingeln und eure Wohnung betreten und bringt ihn nicht aus der Ruhe.

Oft wird empfohlen, den Hund nach der Ankunft im neuen Heim zu schonen. Er muss erstmal ankommen, sich eingewöhnen. Aber wie soll das denn funktionieren, wenn er in Watte gepackt und von Alltäglichem ferngehalten wird? Und ihm Dinge zugestanden werden, die ihr später alles andere als prickelnd findet und so häufig genervt und mühsam wieder heraus trainieren müsst? Eben. Gar nicht.

Wie beruhigt man den Hund wenn Besuch kommt?

Habt ihr nun einen kleinen aufgeregten Sack Flöhe in Hundeform daheim wohnen und nicht das eher ruhige und entspannte Modell aus Beispiel 1, sieht das Training etwas anders aus. Bemerkt ihr, dass die Türklingel einen sehr großen Reiz darstellt, provoziert das und nutzt dieses Wissen. Verwendet wie bereits in früheren Beiträgen öfters empfohlen, eine leichte Heimleine. Diese sollte nur dazu da sein, euren Hund besser und schneller kontrollieren zu können und hierfür nicht eure Hände benutzen zu müssen. Oft beobachte ich, wie der Hund in für ihn aufregenden Situationen mit Händen oder Füßen zurückgeschoben wird und der Mensch wundert sich tatsächlich, dass der Hund aufgrund einer Übersprungshandlung doch wirklich mal in die Hand oder den Fuß zwickt. Oder es wurde ihm beim Wegschieben weh getan, bewusst oder auch unbewusst. Er wehrt sich und ist wieder der Dumme.

Klingeltraining mit dem Hund

Hund bellt wenn es klingelt. Die Lösung: Klingeltraining

Habt ihr euch nun einen Testbesucher bestellt, bittet diesen, die Klingel zu betätigen. Legt euch vorher wieder eine gute Portion Futterstückchen zum Bestätigen von gewünschtem Verhalten bereit und trainiert den freiwilligen Blickkontakt. So wird sich euer Hund an euch orientieren und durch einen Blick abfragen, ob er sich richtig verhält, euch das gefällt und was er tun soll. Setzt euch nun zum Beispiel auf die Couch, blättert in einer Zeitschrift und trinkt etwas. Damit signalisiert ihr eurem Hund Entspannung und ein „Alles-ist-gut-Gefühl“. Beobachtet euren Hund gut und achtet auf seine Körpersprache. Hunde bemerken Personen an der Tür schon weitaus früher, bevor ihr durch das Klingeln bemerkt, dass da jemand ist. Klingelt es und der Hund springt auf, seid schneller und blockiert ihn wortlos, indem ihr euch vor ihn stellt. Setzt er sich, bestätigt mit einem Futterstückchen dieses alternative Verhalten und macht sein Blickfeld wieder frei. Lenkt ihn mit dem Futter nicht ab, bestätigt nur, wenn er freiwillig etwas tut, was euch gut gefällt. Setzt jetzt den Reiz neu, indem der Testbesucher erneut klingelt. Trainiert das solange, bis der Hund entspannt ist und ihn das Klingeln nicht mehr interessiert.

Das klingt in der Theorie total simpel, oder? Wie das in der Praxis ausschaut oder für den Fall, dass ihr unsicher seid, scheut euch nicht, einen professionellen Hundetrainer zu Rate zu ziehen. Dieser kann mit euch vor Ort trainieren und das Problem schnell lösen.

Hilfreich beim Klingeltraining kann auch ein kleiner Zettel an der Tür sein, auf den ihr schreibt „Einen kleinen Moment Geduld. Wir üben gerade mit unserem Hund.“ Oder so ähnlich. Da kann sich derjenige vor der Tür darauf einstellen und weiß, warum ihr vielleicht etwas länger braucht, um zu öffnen. Nicht jeder hat ja die Möglichkeit, sich Testbesucher einzuladen und so habt ihr etwas mehr Ruhe, da der Besucher informiert ist, wieso ihr nicht sofort Gewehr bei Fuß an der Tür steht…

So, ich hoffe, dass ich euch ein Stück weit über das Phänomen „Türklingel-Hundebellen“ aufklären konnte. Lasst mich gern wissen, welche Themen euch noch interessieren. Gerne gehe ich darauf ein.

Eine wundervolle Herbstzeit und bis zum nächsten Mal!

Liebste Grüße und Woof Woof!

Sandra und Joker

Über Sandra

Hallo, ich heiße Sandra und lebe gemeinsam mit meinem Mann und meinem Hund Joker in einer kleinen, aber feinen Wohnung im schönen Sachsen. Die Begeisterung für die Themen Wohnen und Einrichten begleitet mich schon seit mehreren Jahren. Vor allem liebe ich den cleanen nordischen Wohnstil mit viel Weiß, Grau, Schwarz und ab und zu einem Klecks Farbe. Im April 2014 wurde die Idee zu meinem Blog HUNDerterlei geboren, der all meine Leidenschaften vereint: Kreativität, gutes Essen, Wohnen und Einrichten – und natürlich Hunde!

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16 Kommentare

  • Michael sagt:

    ich glaube nicht daß der Hund sein Herrchen wiederspiegelt. Wir haben 3 Hunde unterschiedlicher Rassen und Größen,sie verhalten sich in gleicher Situation oft unterschiedlich.Wir halten Hunde seit über 20 Jahren,nie war Einer wie der Andere.

  • Marion sagt:

    Also, das mit dem Klingeltraining…schneller als mein Hund sein und ihn blockieren, das muss mir mal einer vormachen. Selbst der sportlichste hätte da Probleme. Oder ich müsste mich in die Tür setzen…?

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Marion,
      wenn du mit deinem Hund und einem Testbesucher das Klingeltraining durchführst, könnt ihr euch absprechen wann dein „Übungsbesuch“ klingeln soll. So kannst du dich schonmal ganz in der Nähe deines Vierbeiners positionieren und dementsprechnd schnell aufspringen und den Weg blockieren.
      Liebe Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team!

  • Darinka sagt:

    Da steht jetzt allerdings nicht wie ich meinen Stinkern das bellen abgewöhne. Die zwei bellen ziemlich schrill das es sogar mir in den Ohren „klingelt“ (passend zum Thema )

    Liebe Grüße

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Darinka,
      in dem hier beschriebenen Fall bellt der Hund als Reaktion auf das Klingeln an der Haustür, weil er die Wohnung verteidigen möchte. Sandras Tipps zeigen dir, wie du deinem Hund beibringst, dass es allein Aufgabe des Zweibeiners ist, die Haustür zu bewachen. Wenn dein Hund weiß, dass du dich um alles kümmerst, bellt er in der Regel auch nicht. In welcher Situation bellen deine zwei Vierbeiner denn?
      Viele Grüße, dein tierisch wohnen-Team

  • Manuela sagt:

    Hi Sandra, unsere kleine Maus bellt so gut wie nie. Wir haben ihr das von klein auf abgewöhnt, allerdings hat sie nie viel gebellt. Aber wenn es klingelt, geht die Post ab :-(. Sie bellt nicht, sondern hüpft und jault. In den Weg stellen ist bei nem Jack-Russel schwierig, denn ich muss um die Essecke rumlaufen und sie saust unten durch, hihi…
    Es ist jetzt nicht so, als würde mich das mega stören und es klingelt auch nur selten. Aber hast Du vielleicht noch nen kleinen Tipp?

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Manuela,

      dass dein Hund sich ab und an mal durch bellen zu Wort meldet, ist völlig normal. Das was du beschreibst was beim Klingeln vor sich geht, ist Aufregung über das, was mit dem Klingeln in Verbindung steht. Dies wird meist aber erst geschürt und entwickelt durch die Besitzer, welche meist ein Trallala um Besuch machen. Da wird wie ich oft schon bei Kunden beobachten konnte das Klingeln mit Sätzen wie „Na wer kommt denn da?“ oder „Wollen wir mal gucken, wer da ist?“ verknüpft. Dadurch entwickelt sich beim Hund eine Erwartungshaltung und daraus Aufregung und Unruhe, sobald das Geräusch ertönt.

      Das Klingeltraining hatte ich ja ausgiebig beschrieben. Wichtig ist, dass Du dabei nicht mit deinem Hund sprichst und ihn währenddessen an der Leine führst. So verhinderst du auch, dass er an dir vorbei switcht und zuerst zur Tür stürmt. Beachte immer, DU bist der Hausherr und DU entscheidest, wer deine Wohnung betritt. Nicht dein Hund. Übt das möglichst, bevor ihr Besuch erwartet bis dein Hund entspannt neben dir sitzen bleibt. Dafür bestätigst du ihn mit einem Leckerchen. Du schränkst ihn sozusagen ein, indem du ihn an die Leine nimmst und bestätigst jedes alternative Verhalten zum Quängeln, was dein Hund zeigt. Das kann setzen, hinlegen oder auch dich anschauen sein. Ist dein Hund erstmal an die vorbei an die Tür gestürmt, ist der Drops gelutscht, dann brauchst du nicht mehr trainieren oder gar korrigieren. Verzichte bitte auch auf Kommandos. Dein Hund soll selbst die Chance haben, ein alternatives gutes Verhalten zu entwickeln, welches von dir dann wortlos mit einem Leckerchen bestätigt wird.

      Bestell dir Nachbarn oder Freunde, die mit dir trainieren und klingeln und auch etwas Geduld mitbringen. Und trainiert solange, bis du den Erfolg hast.

      Ich wünsche dir ganz viel Freude und Erfolg beim üben.

      Viele liebe Grüße,

      Sandra

  • Renate sagt:

    Mein Hund ist 10 jahre leider ist er seid 2 Jahre taup wenn ich Besuch bekomme bellt er manchmal die ganze Zeit auch wenn er die Leute kennt sobald sie wieder gehen hört er auf.Das nervt total.Aber das hat er erst so schlimm deid er taub ist.Können sie mir einen Tipp geben was ichmachen kann.Das wäre super

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Renate,
      das tut uns leid zu lesen, aber tatsächlich ist es so, dass (wie auch beim Menschen) Hunde im Alter ihre hundertprozentige Hörleistung einbüßen müssen. Das vermehrte Bellen in ungewohnten Situationen kann ein Ausdruck von Orientierungslosigkeit seitens deines Hundes sein. Du kannst mit ihm Handzeichen trainieren, die deinem Hund signalisieren können, mit dem Bellen aufzuhören. Habe hierbei viel Geduld mit deinem Liebling und sei ihm stets zugeneigt. Eine weitere Möglichkeit können Hörgeräte sein, die deinem Hund wieder zu mehr Hörleistung verhelfen können. Erkundige dich diesbezüglich am besten bei deinem Tierarzt vor Ort.
      Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team

  • Christiane sagt:

    Ich frage mich nur, wann ich während des Trainings den Besuch reinlassen darf.
    Erst wenn der Hund ruhig ist?
    Bevor/Nachdem der Reiz neu gesetzt wurde? Gar nicht, wenn sie nicht mehr bellt, aber noch wufft und aufgeregt ist?
    Wir haben ein Kindergitter zwischen Wohnzimmer und Flur.
    Von da aus kann sie zur Tür sehen, aber kann nicht hin.
    Ist das für das Training von Vorteil, oder steigert das eher den Frust?

    Danke für die Antwort:)
    LG

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Christiane,
      Sandra hat sich nochmal die Zeit genommen, deine Frage ausführlich zu beantworten. Hier findest du ihre Antwort:

      „Das Training zu beschreiben nur mit Worten und ohne dass man live dabei ist, ist immer schwierig. Daher empfehle ich auch, sich vor Ort Hilfe zu holen von einem kompetenten Trainer. Ich versuche es nochmal zu beschreiben.

      Zu allererst: Beginne mit dem Blickkontakttraining und analysiere objektiv das Verhalten deines Hundes daheim. Liegen andere Probleme über dem des Bellen beim Klingeln, was häufig der Fall ist, beginne grundlegend das Verhalten daheim zu ändern. Dein Hund sollte nichts mehr kontrollieren können. Das Kindergitter ist ein Schutz, er hat aber trotzdem die Kontrolle über die Tür, da er alles mitbekommt. Das obliegt ihm nicht, nur dir als „Hausherr“. Weitermachen kannst du jetzt mit dem Deckentraining, sprich Decke oder Bett an eine strategisch unwichtige Stelle platzieren, Hund hineinführen und das drinbleiben mit Futter belohnen. Einen Schritt weggehen, drinbleiben belohnen oder wieder hineinführen und neu beginnen. Du siehst, es bringt keine Erfolge, nur an Symptomen wie dem Bellen beim Klingeln „herumzudoktorn“. Es muss immer an der Ursache des Verhaltens gearbeitet werden.

      Jetzt zum Klingeltraining: Du bittest eine zweite Person, nach draußen zu gehen und nach einer gewissen Zeit zu klingeln. Du bewaffnest dich mit Leckerchen, nimmst deinen Hund an die Leine und legst ihn auf seinem Platz ab. Wenn es jetzt klingelt, achte auf seine Reaktion. Bleibt er ruhig, belohne ihn. Flippt er aus, stell dich wortlos vor ihn und belohne die Reaktion die er zeigt, zum Beispiel setzen oder wieder legen. Er sollte an seinem Platz bleiben. Jetzt wird der Reiz solange neu gesetzt, bis er keine Reaktion mehr zeigt. Dann geht es weiter und der Besuch kommt hinein. Hier gehst du genauso vor wie beim Klingeln. Der Hund begrüßt den Besuch nicht und der Besuch sollte ihn auch in Ruhe lassen. Sprich das Ergebnis sollte sein, du sitzt mit deinem Besuch auf der Couch und dein Hund liegt entspannt auf seinem Platz. Dann hat er verstanden, dass seine neue Reaktion auf den Reiz Klingeln das Gehen auf seinen Platz ist.

      Selbstverständlich kann dein Hund auch mit deinem Besuch Kontakt haben. Aber nur wenn er ruhig und nicht aufgeregt ist.

      Ich hoffe, ich konnte etwas helfen. Ich weiß, viele erhoffen sich von einem Training am Symptom ein Ergebnis. Das wird aber nicht funktionieren, wenn wie gesagt die Ursache, sprich das Kontrollverhalten nicht angegangen wird.“

      Liebe Grüße von Sandra und deinem tierisch-wohnen-Team

  • Anni sagt:

    Huhuu 🙂
    Also ich finde das mit den Testbesuchen ja echt nett, dennoch denke ich, dass es auch eine andere Methode geben muss… würden wir das so handhaben, hätte unser Vermieter uns längst rausgeschmissen, da dieser unter uns wohnr. Was tut man nun, wenn man absolut nicht die Möglichkeit hat, den Hund einfach ein paar mal bellen zu lassen, bis es funktioniert?

  • Kathi sagt:

    Hallo zusammen,
    unser Hund rastet auch regelrecht aus, wenn es schellt. Jedoch geht er schon von ganz alleine in sein Körbchen ins Schlafzimmer. Trotzdem hört er nicht auf und wird auch immer lauter. Ich kann so oft ich wil „aus“ sagen, er lässt es nicht. Ich bin gerade in eine neue Wohnung eingezogen und auch hier wohnt die Vermieterin unter uns. Was kann ich tun?

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Kathi,

      prima, dass du uns dein Problem hier schilderst. Das Verhalten deines Hundes zeigt uns erneut, wie unterschiedlich Hunde ticken und zum anderen wie unterschiedlich die Gründe für ein Hundebellen sein können. Auch wenn dein Hund artig auf seinen Platz geht, versucht er dennoch sich durch sein Bellen weiterhin mitzuteilen. Die Gründe hierfür können vielseitig sein, wie du vielleicht schon in meinem Beitrag „Die verschiedenen Arten des Bellens: Warum bellt mein Hund?“ erfahren hast. Angst, Aufregung und Abwehr, sind z.B. Gründe, die alle unterschiedlich betrachtet und vor allem behandelt werden müssen. Angst wäre in deinem Fall z.B. eine Möglichkeit, da es eine neue und ihm unbekannte Wohnung ist. Sollte dein Hund aus Angst bellen, dann wird es äußerst schwierig werden, ihn mit einem Befehl das Bellen abzugewöhnen.

      Was hat dein Hund bisher erlebt, wie hat er die neue Wohnung aufgenommen und wie klingt sein Bellen? Das sind Fragen die du dir stellen kannst, um zu prüfen was deinen Hund bewegt, wenn die Klingel schellt. Um Antworten zu finden kannst du auch einen Hundetrainer hinzuzuziehen.

  • Stella Groß-Reinecke sagt:

    Hallo Sandra, ich habe auch so einen Sack Flöhe zu Hause. Das mit dem Klingeltraining werde ich machen. Allerdings hat mein Hund noch ein anderes Problem. Wir wohnen in der 2. Etage, neben unserer Wohnung führt ein Weg durch die Wohnanlage, entsprechend wird er häufig frequentiert. Womit ich am Punkt bin. Flash hört manchmal Leute, die wir nicht mal hören und fängt spontan, ohne jegliches Anzeichen an zu bellen. Da fällt einem manchmal echt das Besteck aus der Hand, so erschreckt man sich. Ich habe schon einiges probiert, ich habe ihm gesagt, dass alles in Ordnung ist und er nicht bellen muss, schicke ihn auf seinen Platz, wo er immer noch rumwufft. Habe Wasserflaschen benutzt. Gerade nachts, wenn alle schlafen und jemand unten langläuft oder mit dem Rad lang fährt, fängt er genauso an zu bellen. Hier kann ich nur nicht so schnell eingreifen, weil ich aus dem Tiefschlaf gerissen werde. Flash muss die Leute nichtmal sehen um loszublöken. Ich nenn das jetzt so, weil es schrecklich laut ist. Hast Du einen Tipp, wie ich das verhindern kann?
    Die andere Situation, der wir nicht Herr werden ist, wenn wir in eine neue für ihn unbekannte Umgebung kommen. Er sitzt im Auto und weiß schon 5 Minuten vorher, dass wir bald da sind und wird unruhig. Wir machen vorne nichts, was diese Unruhe fördern könnte. Wir sind völlig ruhig, was in der Situation absolut schwer fällt. Er fängt an zu bellen und ist absolut aus dem Häuschen. Hast Du hier einen Tipp, wie ich diese Unruhe aus dem Hund bekomme?
    Danke schonmal im Vorfeld.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Stella,

      die Ursachen für das Bellen und die Nervosität können vielseitig sein. Eine Ferndiagnose zur Feststellung der Gründe ist recht schwierig und kann eventuell das Gegenteil bewirken. Vielleicht besteht hier auch eine Wechselbeziehung zwischen dem Bellen Zuhause und der Nervosität im Auto. Daher ist es sicherer, einen geeigneten Hundetrainer in deiner Nähe aufzusuchen, der sich vor Ort einen eigenen Eindruck machen kann, um dann gezielt mit Flash zu trainieren. Gleichzeitig kann er dir dann auch zeigen, worauf zu achten ist.

      Viele Grüße
      Deine tierisch wohnen-Team

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