Wie viel Schlaf benötigt ein Hund?

Am liebsten und süßesten sind sie, wenn sie schlafen… Habt ihr diesen Satz nicht auch schon gefühlt eine Million mal gehört? Meistens bezogen auf kleine Kinder, kann er auch prima auf Hunde angewendet werden, findet ihr nicht? Hihi… Spaß beiseite. Heute soll es hier um das Thema „Schlaf“ bei Hunden gehen. Wie viel Schlaf benötigt ein Hund? Gibt es da Unterschiede zwischen Welpen, Junghunden, erwachsenen Hunden und „Senioren“? Holt sich der Hund den Schlaf, den er braucht, selbst oder sind wir da angehalten, ihm Ruhepausen zu verschaffen? All das werden wir heute einmal näher beleuchten.

Was meint ihr also? Wie viel Schlaf braucht ein Hund? Sind 8 Stunden wie für uns Menschen empfohlen ausreichend oder darf es ein bisschen mehr sein? Oder gar weniger? Bei manchen Hunden denkt man sich ja, huiiii, der kommt ja gar nicht zur Ruhe. Keine Zeit zum Ausruhen, nur unter Strom und am rumrennen. Herrchen und Frauchen werden verfolgt und gestalkt, egal wohin sie gehen. Die Antennen sind immer auf Empfang ausgerichtet. Betrachtet ihr hingegen seine Urform den Wolf und überlegt euch, wie viele Stunden am Tag dieser gemütlich da liegt, sich ausruht und schläft, ab und zu unterbrochen von Futterbeschaffung und Fressen fragt ihr euch bestimmt, wieso viele Haushunde so aufgedreht sind, oder?

Hierbei ist zu beachten, dass wir als Menschen ganz andere Erwartungen an unsere Hunde stellen als sie an Wölfe gestellt wurden. Unser Hund soll Teil der Familie sein. Er soll überall mit dabei sein, mit in den Urlaub fahren, mit den Kindern toben, mit uns Ball spielen, mehrmals täglich mit uns spazieren gehen und zwischendurch noch unseren Rede- und Kuschelbedarf ausgleichen. Ganz schön viel oder? Da hat der Wolf aber deutlich ruhiger gelebt, findest du nicht? Hihi…

Wie viel Beschäftigung brauchen Hunde?

Viele meiner Kunden haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihren Hund tagsüber nicht genug auslasten konnten, sei es durch die Arbeit oder andere Dinge, die nun mal tagsüber so erledigt werden müssen. Aber warum haben wir dieses schlechte Gewissen? Wenn du meine Meinung hören willst: weil wir begonnen haben, unsere Hunde zu vermenschlichen und der Meinung sind, sie dauerhaft bespaßen zu müssen wie unsere Kinder. Dass auch bei Kindern eine Dauerbespaßung nicht förderlich ist, wissen wir. Warum nur gönnen wir unseren Hunden nicht ihre Ruhe? Weil sie sonst mental unterfordert werden? Sicher nicht, darüber kannst du im letzten Beitrag „Hund mental fordern“ nachlesen. Weil sie es einfordern? Unsere Aufmerksamkeit einfordern? Sonst auf blöde Gedanken kommen? Fällt euch gerade etwas auf? Unser Hund fordert unsere Aufmerksamkeit ein, indem er uns hinterher läuft, uns anspringt, den Kopf oder die Pfote auf unser Bein legt, fiept, drängelt,… Und wir kommen dem schön nach, beschäftigen ihn, stressen ihn noch mehr durch Ball spielen oder diverse andere Dinge weil wir denken, der braucht das, der ist sonst unausgeglichen und unterfordert.

Denk mal an dich. Wie viel Geld gibt der Mensch aus, um sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Wellness, Massagen, Auszeit in den Bergen und und und … Warum gönnen wir unseren Hunden diese Entspannung nicht? Tatsache ist, dass ein Hund am Tag ca. 17-20 Stunden schläft und sich ausruht. Bei Welpen, älteren und kranken Hunden ist es mit etwa 22 Stunden sogar noch etwas mehr. Beginnt ein Hund damit, Sachen anzuknabbern oder zu zerstören, dann tut er dies ganz sicher nicht aus Langeweile oder Unterforderung. Dahinter liegt ein anderes Problem und damit kommt zum Ausdruck, dass er nicht unter- sondern längst schon überfordert ist. Kommen wir dem nach, unterstützen wir das Problem, unser eigentliches Bedürfnis nach Ruhe und Ausgeglichenheit wird nicht befriedigt und wir stehen mit unserem Hund gemeinsam unter Dauerstrom.

Wer weniger entspannt ist auch weniger ausgeglichen

Bei uns zeigt sich ein Schlafmangel durch Übermüdung, Gereiztheit und Nervosität. Beim Hund ist das nicht anders. Viele Hunde wirken überdreht, nervös und hyperaktiv. Zudem kann Schlafmangel auch beim Hund zu Krankheiten führen. Hautprobleme, Allergien oder anderen Autoimmunreaktionen sind häufig u.a. ein Zeichen von zu wenig Schlaf und Dauerstress. Schlaf und Erholung sorgt bei uns dafür, dass sich unsere Energiespeicher wieder aufladen. Wir tanken neue Kraft und verarbeiten Erlebtes vom Tag. Das ist beim Hund nicht anders. Sicher hast du schon beobachtet, wenn sich dein Hund in der Traumphase befindet und im Schlaf rennt oder leise bellt. Hierbei verarbeitet er auch die Erlebnisse vom Tag, genauso wie du, wenn du träumst.

Da viele Hunde mittlerweile unter Dauerstrom stehen, ist es diesen nicht möglich, sich eigenständig zu entspannen und sich die Erholung zu nehmen, die sie brauchen. Hier bist du gefragt. Räum deinem Hund bewusst Ruhepausen ein. Zieht er sich von selbst auf seinen Platz zurück, bestätige ihn dafür und störe ihn dort nicht, es sei denn, es ist wirklich dringend nötig. Hat dein Hund noch keinen festen Ruheplatz und somit auch keinen Ort, wo er seinen Schalter auf Ruhemodus umstellen kann, kommt das schon vielfach erwähnte Deckentraining zum Einsatz. Hierbei verknüpft dein Hund den Liegeplatz mit etwas positivem und wird ihn immer wieder gerne und selbst zum Entspannen aufsuchen.

Etwa 17-20 Stunden schläft und verträumt ein Hund pro Tag

Ist dein Hund besonders nervös und unruhig aber dennoch kuschelbedürftig, versuche es einmal mit einer gemeinsamen Kuschelstunde. Viele Hunde entspannen sich und schlafen ein, wenn sie merken, Herrchen oder Frauchen hält auch ein Nickerchen, da passiert jetzt nichts Großartiges. Zu den 17-20 Stunden zählen im übrigen nicht nur die Tiefschlaf- oder Traumphasen. Dazu zählen alle Entspannungsmomente am Tag, sei es das Ausruhen im Körbchen, das Kuscheln am Abend vor dem Fernseher oder auch das Dösen im Schatten auf dem Balkon. In all diesen Momenten lädt dein Hund seine Speicher wieder mit Energie auf und die Muskeln entspannen sich. Dein Hund wird ruhiger und ausgeglichener. Natürlich sollst du dich auch mit deinem Hund beschäftigen. Weshalb das wichtig ist und wie das aussehen kann, darüber habe ich in meinem letzten Beitrag geschrieben. Aber gönne deinem Hund seine Pausen oder sorge aktiv dafür, wenn er es von sich aus nicht tut. Nur so kann er gesund und leistungsfähig bleiben.

Während ich diesen Beitrag für dich schreibe, hat Joker übrigens auf dem Fell unter meinem Schreibtisch geschlafen, dezent dabei geschnarcht, dann zu Mittag gegessen und schläft jetzt wieder den Schlaf der Gerechten. War ja alles anstrengend, hihi…

Bis zum nächsten Mal!

Liebe Grüße und Woof Woof!
Sandra und Joker

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Über Sandra

Hallo, ich heiße Sandra und lebe gemeinsam mit meinem Mann und meinem Hund Joker in einer kleinen, aber feinen Wohnung im schönen Sachsen. Die Begeisterung für die Themen Wohnen und Einrichten begleitet mich schon seit mehreren Jahren. Vor allem liebe ich den cleanen nordischen Wohnstil mit viel Weiß, Grau, Schwarz und ab und zu einem Klecks Farbe. Im April 2014 wurde die Idee zu meinem Blog HUNDerterlei geboren, der all meine Leidenschaften vereint: Kreativität, gutes Essen, Wohnen und Einrichten – und natürlich Hunde!

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8 Kommentare

  • Martina Döring sagt:

    Danke für diesen guten Beitrag.
    Ich sehe jetzt klarer wieviel Ruhe mein Hund braucht,das habe ich bisher unterschätzt und mich selbst unter Druck gesetzt,ständig für Bewegung zu sorgen. Na ja,nicht ständig,aber ich glaube im Nachhinein,dass ich es etwas ruhiger angehen lassen kann.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Martina,
      vielen Dank für die netten Worte. Es freut uns, dass der Artikel dir geholfen hat!
      Viele Grüße, dein tierisch wohnen-Team

  • Gaby Neesen sagt:

    Mein oskarle ist jetzt drei Jahre und drei Monate und seitdem Frage ich mich, wie viel Schlaf er braucht… ob er sich LANGWEILT..
    Deswegen habe ich deinen -total gut geschriebenen – Artikel verschlungen!
    Oskar und uch sind also fast auf dem richtigen weg: 4-6 Std. Tgl spazieren (auch spielen), 2 std. Schlafen wir gemeinsam und den nachmittag macht jeder seins und am Abend wird gekuschelt… geruht – geschlafen…
    Danke!

  • Ulrike Manderscheid sagt:

    Hallo, ich habe zwei Rottweiler, eine Hündin ( 8 J.), und einen Rüden ( 2 J ) . Die Hündin schläft viel, ist aber auch sehr wachsam, der Rüde ist ein Lausbub, tagsüber schläft, spielt und rennt er, aber nachts stellt er immer irgendwas an, Garten durchwühlen, etwas zerbeissen usw. Ansonsten ist er ein ganz Lieber und hört aufs Wort.

  • Anke sagt:

    Liebe Sandra,
    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich war gerade eine Woche mit meinen beiden Hunden im Urlaub. Wir alle haben nachts lange geschlafen, aber tagsüber waren wir unterwegs. Mit Pausen, aber richtig zur Ruhe kamen die Hunde dabei nicht. Der Rüde hat schon nach dem zweiten Tag gesagt, dass es ihm zu viel ist (Terrier, 5 Jahre). Er war schlecht gelaunt, schnell gestresst und zeigte wenig Kontaktaufnahme zu seinen Menschen. Jetzt nach einer Woche, war es so weit, dass er andere Hunde angebellt hat und nicht mehr aus dem Auto aussteigen wollte. Verrückt, das habe ich nicht erwartet. Wir müssen nun überlegen, wie er in zukünftigen Urlauben mehr Ruhe bekommt. Keine Ahnung wie

  • Birgit sagt:

    Hallo Sandra,
    deinen Artikel hast finde ich ganz Klasse.
    Wir haben seit 2 Jahren einen Mischlingshund aus Spanien. Er war dort 8 Jahre im Tierheim. Wir nehmen ihn so gut es geht überall mit hin. Doch manchmal ist es Berufswegen etwas stressig. Wir haben dann das Gefühl er kommt zu kurz. Aber nach diesem Artikel kann ich doch entspannter an die Sache rangehen.
    Danke!

  • sabine sagt:

    habe seid 8 Wochen einen Hund. wir sind viel draussen. daheim schläft sie fast immer. bin jetzt beruhigt. vielen dank.

  • Anne Weise sagt:

    Hallo, der Artikel wird uns beide jetzt sehr gut tun. Ich gehe mindestens drei Stunden am Tag mit meinem Malteser spazieren. Kann ihn mit zur Arbeit nehmen und bemerke, dass er zunehmend sehr gelassen ist wenn meine Klienten kommen. Denke, er ist einfach groggy. Ich lass ihn auch kaum allein und so muss, so sehe ich es jetzt auch noch danach Stunden mit mir bummeln gehn. Ich mache dann auch immer Pausen und dann schläft er. Werde meine zusätzlichen Spaziergänge jetzt reduzieren. Am We war ich auf einem Geburtstag und bis heute mittag war ihm wohl uebel. Alle wollten ihn bespassen. Jetzt pass ich auf!!!

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