Haarballen hochwürgen: So hilfst du deiner Katze

Haarballen hochwürgen erleichtern

Miezes Zunge wirkt beim Putzen wie eine Art natürliche Bürste, die das Fell von losem Haar befreit. Damit diese im Magen nicht zu ernstzunehmenden Krankheiten führen, würgen Katzen die Haarballen wieder aus. Ein natürlicher Prozess, bei dem die Samtpfote sinnvoll unterstützt werden kann.

Frisst, spielt oder schläft der geliebte Stubentiger gerade nicht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich ausgiebig und hingebungsvoll putzt. Schließlich gelten Samtpfoten als die reinlichsten Vertreter der Tierwelt (diesen Platz auf dem Siegertreppchen teilen sie sich übrigens mit Schweinen!): Rund 30 Prozent ihres Lebens verbringen Miezi & Co. damit, sich zu putzen. Rekord! In erster Linie dient das Putzen natürlich der Fellpflege, bei der das Haarkleid nicht nur gesäubert wird, sondern auch lose Haare entfernt werden. Ihre raue Zunge mit kleinen Widerhaken wirkt dabei ähnlich wie eine Bürste. Aber auch Vitamine (wie das lebenswichtige Vitamin D) werden durchs regelmäßige Schlecken des Fells aufgenommen. Praktisch!

Der Nachteil des eifrigen Putzens ist allerdings auch der, dass all die losen Haare im normalerweise recht kleinen Magen einer Katze landen. Durch die ständigen Bewegungen des Magens, die Peristaltik, formen sich die Haare mit der Zeit zu kleinen Ballen und Klümpchen, die dann, in unregelmäßig regelmäßigen Abständen, von der Katze ausgewürgt werden. Denn all die Haare sind für Miezes Magen komplett unverdaulich. Keine Sorge also, wenn der Stubentiger seine Haarballen, die Bezoare, unter zum Teil großem Getöse auf dem heimischen Teppich erbricht. Dem vorzubeugen ist nahezu unmöglich: Regelmäßiges Bürsten unterstützt die Samtpfote zwar beim Fellwechsel, aber das Problem des Hochwürgens von Haarballen wird so, wenn überhaupt, nur hinausgezögert, nicht aber verhindert. Allerdings kann die Katze sinnvoll beim Ausscheiden besagter Bezoare unterstützt werden. Denn dahinter steckt ein wichtiger Prozess: Würde Miezi diese nicht erbrechen, könnten die Haarballen die Speiseröhre verstopfen oder, noch schlimmer, den Darm. Und ein Darmverschluss endet nicht selten tödlich.

Katzengras fördert das Auswürgen von Haarballen

Lange Zeit hieß es, Katzengras diene in erster Linie der Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Heute weiß man: Pflanzenfasern unterstützen ausschließlich das Auswürgen von Haarballen. Bevor der Stubentiger an scharfkantigen oder zum Teil giftigen Pflanzen  in der Wohnung knabbert, sollte also ein Topf mit speziellem Katzengras, meist wird für diese Zwecke das Zypergras (auch Cyperus zumula genannt) oder eine Mischung verschiedener Gräser verwendet, zur Verfügung gestellt werden. Und bitte nicht wundern: Meist dauert es nach dem Knabbern am Gras nur wenige Minuten bis die Mieze ihre Haarballen (wieder) auswürgt.

Malzpaste fördert das Ausscheiden über den Verdauungstrakt

Was für unsere Nasen lecker riecht, schmeckt auch den meisten Miezen ganz hervorragend: Pasten aus naturreinem, aromatischen Malz, Ballaststoffen und speziellen Pflanzenölen sorgen dafür, dass sich die losen Haare im Magen an die Essensreste „heften“ und anschließend über den normalen Verdauungsprozess ausgeschieden werden. Das Hochwürgen kann damit deutlich eingeschränkt werden. Beim Kauf einer Malzpaste sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass diese zuckerfrei ist. Anders als Hunde können Katzen durch das bei ihnen fehlende T1R2-Gen nichts Süßes schmecken. Süßstoffe jeglicher Art nützen ihnen also in keinster Weise, sondern schaden – Achtung! – nur ihren Zähnen.

Öl fördert die Verdauung von Katzenhaaren

Die wohl preisgünstige Methode, seinen Liebling beim Transport überflüssiger Haar(-ballen) zu unterstützen, ist, ihm regelmäßig (z. B. einmal wöchentlich) einen Teelöffel hochwertiges Speiseöl, beispielsweise Distel- oder Lachsöl (letzteres lieben die meisten Katzen wegen ihres fischigen Eigenschgeschmacks), ins Futter zu geben. So wird ein Ausscheiden über den Verdauungstrakt erleichtert. Hierbei allerdings vorsichtig und nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ vorgehen: Wird zu viel Öl ins Futter gegeben, drohen Durchfall und Erbrechen. Am besten, ihr tastet euch langsam an die richtige Menge und den individuellen Geschmack eurer Mieze heran. Dann sind die Zeiten des Würgens sicher auch bald passé.

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