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So gewöhnst du deine Katze an das Streicheln

Katze an das Streicheln gewöhnen

Es heißt, Katzennaturelle ließen sich grob in zwei Typen unterscheiden: Die Mutigen und die Scheuen. Hinzukommt auch das von Mami gelernte Verhalten: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine scheue Katzenmutter vorsichtige und zurückhaltende Nachkommen hat, ist groß. Schließlich lernen sie von Mami, was gut für sie ist. Nicht allen Fellnasen ist die Verschmustheit also in die Wiege gelegt, aber mit etwas Geduld kann fast jede Katze an das Streicheln gewöhnt werden.

Deine Katze verstehen lernen

Auch die zutraulichste Katze hat mal genug und kommuniziert ihren Wunsch nach Abstand der Einfachheit halber per Kralleneinsatz. Nach einer kleinen Auszeit ist sie dann in der Regel aber wieder fürs Streicheln und Kuscheln zu haben. Was aber ist zu tun, wenn deine Katze generell keine Lust auf menschliche Nähe hat? Wenn sie nicht irgendwann in ihrem Leben schweren Misshandlungen ausgesetzt war und, was Menschen betrifft, nachhaltig traumatisiert wurde, lässt sich eine ängstliche Katze durchaus zutraulich machen.

Die Zauberformel, um scheue Katzen an Menschen zu gewöhnen

FREE: Freiraum, Ruhe & Rückzugsmöglichkeiten, Entspannung und Essen lauten die Grundwerte, mit denen scheue Katzen Vertrauen zum Menschen gewinnen:

  • Freiraum: Miezi ist der Boss, was Kontaktaufnahme und Streicheln angeht. Wenn sie nicht in der Stimmung ist, solltest du sie auf keinen Fall zwingen, auf den Arm nehmen, plötzlich zupacken oder hinter ihr herrennen.
  • Ruhe & Rückzug: Vor allem, wenn ihr quasi frisch zusammen seid und die Katze sich noch an ihren neuen Besitzer gewöhnen muss, ist Ruhe wichtig. Wieder gilt: Nicht drängeln. Sobald der Stubentiger eine Zeitlang aus einer sicheren Höhle heraus oder vom höchsten Regalbrett aus das Geschehen beobachtet hat und sich an Alltagsgeräusche, Stimmen und Gerüche gewöhnt hat, wird er seine Kreise erweitern. Vielleicht wird Miezi dafür erst noch den Schutz der Dunkelheit nutzen und ihre Mitbewohner besuchen, wenn sie schlafen. Deswegen wäre es nett, wenn die Schlafzimmertür in der Gewöhnungsphase für die Katze offen bliebe.
    Eine Unterstützung wäre es außerdem, Katzenklo und Fressplatz nahe an dem Versteck zu platzieren, das die Katze sich für tagsüber ausgesucht hat. Das erspart ihr unsichere Wege durch eine noch fremde und offenbar noch unheimliche Umgebung.
  • Entspannung: Willst du eine scheue Katze zähmen, sorgst du am besten dafür, dass sie sich entspannt. Und das wird sie am ehesten tun, wenn du sie weitestgehend ignorierst und dich ansonsten benimmst, wie immer – vorausgesetzt, Türenknallen und lautes Geschrei gehören nicht zu deinem Alltagsrepertoire. Wichtig ist, auf Annäherungen von Miezi nicht total überzureagieren, damit sie sich nicht erschreckt und wieder in ihrer Höhle verschwindet. Und gelegentliches Zublinzeln ist das Anlächeln der Katzenwelt. Es signalisiert: „Alles in Ordnung. Schön, dass du da bist.“ Anstarren sollte dagegen vermieden werden, weil es als Bedrohung aufgefasst werden könnte.
    Eine tolle Art, das Eis zu brechen, ist übrigens auch Spielen. Zu Anfang ist dafür eine Spielangel super geeignet, weil sie den Menschen auf Abstand hält. Meistens überwiegt der kätzische Spiel- bzw. Jagdtrieb und die Samtpfote vergisst ihre Angst. Und selbst, wenn sie sich nicht gleich aktiv einbringt, sondern erst einmal nur zusieht, lässt sich das schon als Erfolg verbuchen. Ein anderes Mal wird sie sich bestimmt trauen.
  • Essen: Leckerlis können dir in der Regel schnell den Weg in Miezis Herz bahnen. Einfach immer mal wieder etwas direkt aus der Hand anbieten. Und wenn die Katze sich von sich aus nähert und sich vielleicht sogar streicheln lässt, sorgt ein Leckerli als Belohnung dafür, dass die Annäherung in guter Erinnerung bleibt und gern wiederholt wird.

Um gewöhnliche Scheue bei neuen Ereignissen in einem Katzenleben abzubauen, braucht es im Allgemeinen eine Woche. Sollte sich dann noch gar nichts geändert haben und die Katze noch immer einen verängstigten Eindruck machen, ist es ratsam einen Tierarzt oder auch einen Katzenpsychologen zu kontaktieren, um dahinterzukommen, was das Tierchen so nachhaltig beschäftigt.

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20 Kommentare

  • Sylvia Guttau sagt:

    Hallo
    Wirhaben unsere Main Coon schon 7.Jahre, sie lässt sich weder aufdem Arm nehmen und möchte auch nicht Kuscheln. Sie geht aber mit uns in das Bett. Ich weiß nicht weiter. Wir haben sie damals abgekauft. Ich bin mir sicher das sie etwas schlimmes Erlebt hat.Sie ist auch extrem schreckhaft.Vielleicht kann mir jemand helfen. Dankeschön.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Sylvia,
      das tut uns Leid zu lesen. Bei schreckhaften Katzen ist es wichtig darauf zu achten, sie zu nichts zu zwingen oder zu bedrängen. Vielleicht probierst du es mal mit einem Besuch bei einem Katzenpsychologen oder einem Katzentherapeuten.
      Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team

    • Ingrid sagt:

      Hallo Sylvia, habe so einen ähnlichen Fall wie du: Meine Norwegerin wurde bei uns im Tierheim abgegeben mit den Worten: Lässt sich nicht anfassen, lebt seit fast 5 Jahren nur unterm Sofa. Ich musste sie einfach mit nach Hause nehmen, den so eine verstörte Katze hab ich vorher noch nie gesehen. Inzwischen ( ca 3 Monate später) ist sie zwar noch sehr mißtrauisch aber sie lässt sich auch mal anfassen und baut echtes Vertrauen zu uns auf. Ich habe mich damals an die Katzenpsychologin Frau Daniela C. Krause gewandt und sie hat mir Bachblüten empfohlen. Das Ergebnis war und ist für mich ganz toll. Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas Mut machen. Liebe Grüße

    • Sylvie sagt:

      Hallo,ich habe auch ein Main Coon,verhält sich ähnlich,hat nichts schlimmes erlebt.Lässt sich kurz streicheln ,er ist gesund,gerne in meiner Nähe und kommt ins Bett.Ich denke die sind so.Grüße

  • Nicola sagt:

    Hallo,
    Wir haben jetzt seit sechs Wochen eine kleine katze vom Bauernhof. Sie müsste jetzt ca. 4 1/2 monate alt sein.
    Auf dem Bauernhof leben alle katzen im Stall und auf dem hof. Nicht im Haus.

    Bei uns ist sie bislang mal nur im Wohnzimmer.

    Sie kommt mal an der Hand ganz kurz schnuppert und tatscht kurz danach aber streicheln keine chance… ich dränge sie selbstverständlich nicht dazu und mache keine hektischen bewegungen.
    Immerhin spielt sie mit der angel und ihrem spielzeug. Was nicht von anfang an so war. Verständlich. Ist ja alles neu.

    Sie versteckt sich bei besuch unter der couch.

    Ich merke zwar immer etwas Besserung aber puh sechs Wochen und sie noch nie gestreichelt.
    Ich übe mich sehr in Geduld aber habe echt angst dass sie sich niemals streicheln lässt.

    Leckerli aus der hand hat sie einmal genommen.
    Jetzt wieder nicht mehr. Sobals man mal die hand etwas hoch macht rennt sie weg.
    Ihr ist nichts schlimmes zugestoßen und ich verstehe auch dass es alles schwer für sie ist.
    Merke aber sie fühlt sich mittlerweile wohl in ihrem reich.
    Manchmal glaube ich sie müsste nur einmal merken wie schön streicheln ist … aber wie gesagt bedrängen will ich sie auf keinen fall denn dann würde es bestimmt wieder einen schritt in die andere Richtung gehen.

    Habt ihr noch einen tip was ich machen kann damit sie sich mal streicheln lässt?

    Eine weitere frage wäre… ich möchte jetzt gerne mal die Wohnzimmertür für sie zum weiteren Haus (was recht groß ist) öffnen, da ich seit paar Tagen merke sie interessiert sich dafür was hinter dieser tür ist ☺
    Ist das sinnvoll obwohl sie sich nicht streicheln lässt? Nicht dass sie nachher garnicht mehr zu uns kommt.

    Irgendwann soll sie auch raus dürfen aber jetzt auf jedenfall noch nicht.

    Ich hoffe einfach nur sie traut sich irgendwann mal und das bleibt nicht für immer so… bald ist die groß und ich dufte sie nie streicheln

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Nicola,

      der Schlüssel zum Herzen einer scheuen Katze ist Geduld. Es kann immer wieder vorkommen, dass nach einem kleinen Fortschritt mal ein Rückschritt folgt. Lass dich davon nicht entmutigen. Manche Katzen brauchen etwas länger Zeit, um Vertrauen zu gewinnen. Spiele auch weiterhin mit deiner Katze – sie wird von Zeit zu Zeit mehr und mehr Vertrauen zu dir aufbauen. Probiere es auch weiterhin, deine Katze mit Leckerlis aus der Hand zu füttern. Und wenn deine Katze sich von dir streicheln lässt, kannst du ihr als Belohnung ein Leckerli geben – dann bleibt die Annäherung einmal mehr in guter Erinnerung. 🙂

      Wenn es in den nächsten Wochen wirklich nicht besser werden sollte, empfehlen wir dir, einen Katzenpsychologen um Rat zu fragen. Dieser kann die Situation vor Ort bestimmt noch mal besser einschätzen und dir helfen.

      Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team

  • David sagt:

    Hallo,
    Wir haben uns vor 8 Tagen einen Kater geholt. Er ist 20 Monate alt. (BKH)

    Er hat sich meiner Meinung schon toll eingelebt für ca. 1 Woche. Er isst und trinkt, geht aus klo, spielt alleine und auch wenn wir mitspielen hat er viel Spaß. Er kommt immer öfters aus seinem Versteck( Ecke mit Fußboden Heizung und Heizkessel, schön Warm) Er lässt sich auch rufen und kommt auch den Kratzbaum erobert er Nachts und Morgens immer mehr.

    Aber immer wenn er ankommt und sich an einem herum kuschelt und schnurrt, lässt er sich kraulen und streicheln bis er irgendwann die Hand sieht bzw. er sich dreht und dann die Hand leicht vorne über seinem Kopf ist (weil er halt dann zu einem gedreht ist und man ja nur aus der Richtung gerade kraulen kann) fängt er an sie total zu kratzen auch wenn er sich auf den Schoss legt irgendwann sieht er die Hanf vor sich und dann wird sie attakiert obwohl er sich vorher 1-5 min kraulen und streicheln lassen hat…

    Er lässt sich sogar ohne Probleme trageb kein mucks oder kratzer…

    Nur so wie oben beschrieben wenn er die Hand sieht und sie in Reichweite ist…
    Er dreht sich meistens auch nicht um wenn man anfängt ihn zu kraulen einfach irgendwann…
    Dazu kommt das er bei meiner Freundin zwar nicht auf den Schoss kommt und so rumkuschelt aber sie kann ihn ohne kratzen kraulen

    MfG David

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Lieber David,

      euer Kater braucht in der Eingewöhnungsphase einen gewissen Freiraum, um sich an die neue Umgebung und an euch zu gewöhnen.
      Streichelt ihn am besten nur, wenn er freiwillig zu euch kommt und versorgt ihn nach einer erfolgreichen Streicheleinheit auch gerne mal mit ein paar Leckerlis. Besonders zu Beginn ist es wichtig, dass ihr euren Kater sanft und vorsichtig streichelt, damit er sich geborgen fühlt. Nach und nach wird er verstehen, dass das Streicheln eine liebevolle Geste ist. Lies dir doch den Artikel zum Thema „Bindung zur Katze stärken“ einmal durch.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Andrea sagt:

    Ich habe einen hübschen Kater ca. 7-9 Jahre alt aus dem Tierheim er ist ein Einzelgänger der den Menschen nicht unbedingt braucht, Futter und Leckerlis ist ok gerne von der Hand. Beim streicheln beugt er den Rücken durch und entzieht sich der Hand, ich streiche ihn nur wenn er selber Lust hat und es für ihn angenehm ist, nicht aufdringlich. Er ist sehr schmusig wenn er im Bett ist abends. Und auf den Arm nähmen ist für ihn die Hölle er will sofort wieder runter,ich zetze ihn dann nach unten, ach ja er benutzt den neuen Kratzbaum nicht er ist neu und geht bis zu Decke so eine Art Seule mit drei Liegeplätze. Kann mir da einer Rat geben wäre sehr erfreut über jeden Tipp und dankbar

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Andrea,

      da dein Kater aus dem Tierheim kommt, weißt du nicht genau was ihm eventuell schon wiederfahren ist. Versuche auf seine Bedürfnisse zu hören und streichle ihn weiterhin nur, wenn er es auch will. Wenn er sich auf dem Arm unwohl fühlt, dann liegt es nicht an dir, sondern wahrscheinlich an einer früheren Erfahrung. Nehme ihn deswegen so selten wie möglich auf den Arm, damit er sich nicht eingeengt fühlt.
      An den Kratzbaum muss er sich vielleicht noch gewöhnen. Gib ihm Zeit, gehe auf seine Bedürfnisse ein und zwinge ihn zu nichts. Wenn er den Kratzbaum nicht annimmt, dann darfst du ihn auch nicht dazu drängen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Diana sagt:

    Guten Abend, ich bin sehr verzweifelt . Ich habe meinen Kater halb scottish halb bkh seit er ein Baby ist . Wurde von der Mutter ausgestoßen. Mittlerweile ist er schon 1 Jahr alt . Will weder gestreichelt werden noch schläft er bei uns . Am Anfang tat er noch treteln, wir haben uns so gefreut. Mittlerweile macht er nicht mal das . Sobald ich ihn streichle, beißt er so hart zu , kratzt. Ich weiß nicht was ich machen soll. Kastriert ist er. Will so sehr einen schmuser. Essen tut er normal, spielen tut er auch. Aber sonst nichts

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Diana,

      da euer Kater früh von seiner Mutter verstoßen wurde, hatte er wenig Chancen, soziale Fähigkeiten zu lernen. Gib deinem Kater Zeit, um Vertrauen zu Euch aufzubauen. Streichel ihn nur, wenn er zu dir kommt.

      Um die Bindung zu deinem Kater zu stärken, solltest du auf folgende Dinge achten: Gib ihm eine Möglichkeit zum Klettern und Verstecken wie z. B. ein Kratzbaum – dieser trägt zu einem besseren Sozialverhalten eures Katers bei.
      Außerdem braucht euer Kater einen Rückzugsort, an dem er zur Ruhe kommen kann. Gebt ihm aber nicht zu viele Versteckmöglichkeiten, damit er gewissermaßen gezwungen ist, sich mit eurer Anwesenheit auseinanderzusetzen.
      Versucht es doch auch mal mit Leckerlis als Belohnung, wenn er sich euch annähert. Desweiteren findest du noch weitere Tipps in unserem Artikel „So wird die Bindung zur Katze gestärkt“. https://www.tierisch-wohnen.de/katze/bindung-zur-katze-staerken/

      Sollte sich sein Verhalten jedoch auch nach einiger Zeit nicht besser, empfehlen wir einen Termin mit einem Tierpsychologen, der sich euren Stubentiger individuell ansehen kann.

      Dein tierisch wohnen Team

    • Maria sagt:

      Hey ich bräuchte mal Hilfe ich bin vor wenigen Monaten bei meinen Freund eingezogen der eine Katze hat sie wohnt noch nicht lange in der Wohnung.
      Zurzeit uriniert sie immer häufiger ins bett oder auf die Couch aber meistens nur auf der Seite meines Freundes wir haben die Vermutung das sie ihr Revier markieren will (also ihr Besitzer mein Freund)
      weil auf einmal „noch jemand da ist“ auf einmal könnte das möglich sein und wenn ja wie kann ich die Katze an mich gewöhnen sie ist 1 Jahr alt.

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Maria,

      es kann sehr gut sein, dass sie mit ihrem Verhalten ihr Revier markieren will. Es kann schon helfen, wenn dein Freund ihr mehr Aufmerksamkeit schenkt. Er sollte ihr also zeigen, dass sich durch deinen Einzug nichts an deren Beziehung verändert hat. Gebe ihr zusätzlich genug Freiraum und vor allem Zeit, sich an dich zu gewöhnen. Wenn sich ihr Verhalten nicht ändert, empfehlen wir euch einen Termin mit einem Katzenpsychologen. Der kann euch dann individuelle Tipps geben und sich das Verhalten der Katze genauer ansehen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Alexandra sagt:

    Hi,

    ich habe seit zehn Tagen einen ca. 4jährigen, traumatisierten Kater aus dem Tierheim. Er ist in einer Familie aufgewachsen bis er ungefähr zwei Jahre alt war. Dann ist die Familie weggezogen und hat ihn zurückgelassen. Er hat irgendwie auf der Straße überlebt, wurde nun eingefangen, medizinisch versorgt, kastriert, gechipt, entwurmt und dann vermittelt. Das Alter ist geschätzt. Die Info über seinen Lebensweg kommt von Nachbarn dieser Familie. Im Tierheim war er ungefähr drei Monate.

    Nun wurde mir von den Tierheimverantwortlichen gesagt, dass ich ihn streicheln soll, sie hätten das auch gemacht und wenn ich es nicht tue, würde er Rückschritte machen. Ich habe im Tierheim gesehen dass er am Kopf gestreichelt wurde, sich aber sehr schnell entzog.

    Ich erlebe den Kater als extrem ängstlich und ablehnen. Die meiste Zeit des Tages versteckt er sich. Komme ich ihm zu nahe (weniger als 50 cm), faucht er. Er braucht Fellpflege, die ich ihm jedoch noch nicht geben kann. Er würde vermutlich durchdrehen.

    Er frisst und säuft, benutzt seine Kiste und ist nachts aktiv, erkundet seine neue Umgebung, maunzt und kommt auch mal nahe an mein Bett. Auch tagsüber kommt er inzwischen raus und geht an seine Futterschalen. Die ersten Tage habe ich Feliway genutzt und positive Auswirkungen gesehen wie z.B. dass er sich lang ausgestreckt hat und viel von seinen Ängsten ablegte, solange das Pheromon aktiv war.

    Ich finde es grundfalsch, mich ihm aufzudrängen und zu versuchen, ihn zu berühren, bin nun aber verunsichert durch die Forderung vom Tierheim. Ich will ihm nicht schaden. Können Sie mich bitte an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen?

    Danke und Gruß

    Alexandra

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Alexandra,

      da dein Kater schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat und auch mal auf der Straße gelebt hat, ist sein Verhalten nachvollziehbar. Es ist richtig, dass du dich ihm nicht aufdrängen solltest. Kleine Annäherungsversuche von deiner Seite sind trotzdem angebracht. Versuche mit ihm zu spielen und gebe ihm ab und zu ein paar Leckerlis, damit er sich langsam an dich gewöhnt und merkt, dass keine Gefahr von dir ausgeht. Lasse ihm gleichzeitig genügend Freiraum und Rückzugsorte zur Entspannung.
      Gebe ihm also genügend Zeit um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen und Vertrauen zu dir aufzubauen.

      Dein tierisch wohnen Team

    • Alexandra sagt:

      Hi, vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

      Ich rede und singe jeden Tag ein bisschen mit und für ihn, lege ihm Abends Leckerli (Betthupferl) hin und verhalte mich ruhig, wenn er aus seinem Versteck kommt. Ansonsten gewöhne ich ihn an die normalen Geräusche, die hier üblich sind.

      Ich habe eine Routine aufgebaut, damit er genau weiß, welchen Ablauf alles hat, um ihm so viel wie möglich Sicherheit zu bieten und ich teste immer mal, ob ich den Abstand ein paar cm verringern kann.

      Heute Nacht ist er kurz auf die Decke am Fußende meines Bettes gesprungen. Das finde ich verheißungsvoll.

      Auf Spiel lässt er sich nicht ein. Aber er wirkt nicht mehr so verstört wie zu Beginn.

      Ich muss mir also keine Sorgen machen, wenn er sich wochen- oder monatelang nicht anfassen lässt?

      Danke und Gruß

      Alexandra

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Alexandra,

      das hört sich doch schonmal gut an! Es ist schön zu hören, dass er nicht mehr so verstört wie zu Beginn wirkt. Mach dir erstmal keine Sorgen über seine Berührungsängste. Wenn es sehr lange so weitergeht und du keine positiven Veränderungen in den nächsten Monaten bemerkst, empfehlen wir dir die Rücksprache mit einem Katzenpsychologen.

      Dein tierisch wohnen Team

  • Georgia sagt:

    Hallo, ich brauche bitte mal euren Rat und eure Erfahrungen. Bei uns ist folgende Situation: wir haben seit 6 Jahren eine wundervolle Katze. Sehr verschmust, friedlich und ausgeglichen. Sie ist Freigängerin und selbstverständlich kastriert. Nun ist eine zweite Katze dazugekommen. Etwa gleiches Alter… aber das komplette Gegenteil. Wir wissen, dass sie bisher in einer Einraumwohnung gehalten wurde und eigentlich so gar nichts kennt. Die vorherige Halterin hat anfangs – sie hat sie als kleines Kätzchen bekommen- viel mit ihr geschmust und gespielt. Aber irgendwann hat die Katze gezeigt, dass sie das nicht möchte und wurde zunehmend allein gelassen. Die Konsequenz ist, dass sie alles und jeden als Feind betrachtet und ihre Krallen kräftig und ohne Vorwarnung einsetzt. Wir haben in den letzten Tagen feststellen müssen, dass sie zwar maunzt, aber dann sofort wieder in den Angriff übergeht. Selbst durch die geschlossene Verandatür. Wir möchten verhindern, dass unsere Katze vertrieben wird und der – aus unserer Sicht sehr unsicheren- Katze ein glückliches Leben ermöglichen. Im Augenblick kriegt sie Bachblüten in Form von Globuli. Da sie aber nur einmal täglich frisst, kann ich ihr immer nur 5 Stück davon geben. Kann ich auch mehr als die angegebenen 5 ins Futter tun? Was kann ich noch tun, damit beide Katzen glücklich sind? Spielen ist nicht drin… das betrachtet sie auch als Angriff. So langsam bin ich am Verzweifeln. Im Moment lassen wir sie einfach nur in Ruhe und eigentlich eingesperrt in einem Raum mit vielen Fenstern rundum. So lernt sie doch aber auch nicht, was es zu entdecken gibt…

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Georgia,

      das klingt nach einem schwierigen Kandidaten. Auch wenn es schwer fällt, hilft da nur Geduld. Wenn deine neue Katze im Alltag überfordert ist hilft es, ihr genügend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, also viele Höhlen und Verstecke, in denen sie auch nicht gestört wird. Lass sie auf dich zukommen, auch wenn es Monate dauert. Zeig ihr anhand des Spielens mit deiner anderen Katze, dass sie nichts negatives zu befürchten hat. So gibst du deiner anderen Katzen genug Nähe und hältst die Bindung trotz des Neuankömmlings aufrecht. Versuche ihre Nähe zu suchen, ohne sie zu streicheln oder ins Spiel verwickeln zu wollen. Du könntest dich, wenn sie entspannt oder frisst, einfach daneben auf den Boden setzen und vielleicht mit leiser, ruhiger Stimme mit ihr sprechen. So merkt sie langsam aber sicher, dass du da bist, ihr aber weder ihr Fressen wegnimmst, noch in ihre Privatsphäre eindringst. Bei einer Katze mit schwierigen Verhaltensweisen braucht es seine Zeit, da sie eine ausgeprägte Persönlichkeit besitzen und alte Gewohnheiten nur langsam abgelegt werden können. Für die Dosierung der Globuli oder Abklärung eventueller gesundheitlicher Problemchen, die deine Katze belasten, solltest du einmal mit deinem Tierarzt Rücksprache halten. Wir hoffen, dass sich deine Katze einlebt und Vertrauen fasst.

      Dein tierisch wohnen Team

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