Warum lecken Katzen Menschen ab?

Lecken Katzen Menschen ab?

Sie sind rau, feucht und leider in der Regel kein angenehmes Gefühl auf menschlicher Haut: Katzenzungen – und zwar nicht die aus Schokolade. Wenn Miezi ihre Liebe zeigen möchte, dann kann es passieren, dass sie dazu ihre Zunge benutzt. Die Antwort auf die Frage: Warum lecken Katzen Menschen ab? lautet also in den meisten Fällen: Ganz einfach aus Zuneigung.

Intensives Abgeleckt werden ist der allererste Sinneseindruck, den Katzenbabys in ihrem Leben bekommen. Und dieser ist mit Geborgensein, Hingabe, Sicherheit, Umsorgtwerden, Mami-ist-da-und-die-Welt-ist-in-Ordnung und vielen weiteren positiven Assoziationen besetzt. Kein Wunder also, dass sich Katzen später, wenn sie von einer vertrauten Person gestreichelt werden, revanchieren und anfangen, an ihrem Besitzer zu lecken.

Katzen lecken aus Liebe

Wenn sich Katzen untereinander ablecken, hat das gleich mehrere gute Gründe: Kitten- und allgemeine Fellpflege, Stärkung der sozialen Bindung, Verwöhn- und Entspannungsprogramm gleichermaßen, aber auch das Registrieren von Veränderungen der persönlichen Duftmarke.
Miezi möchte ihrem Besitzer also einfach etwas Gutes tun und behandelt ihn so, wie sie es mit ihrem Lieblingsartgenossen machen würde – denn das Ablecken ist eine zielgerichtete Zuwendung, die den Liebsten vorbehalten ist.

Mitunter steigert die Fellnase ihre Liebkosungen und leckt dem Menschen nicht nur die Hände, sondern fängt zudem an, zu knabbern oder zu beißen. Leichte Bisse sind ebenfalls nett gemeint und können auch als Aufforderung zum Spielen gedeutet werden.

Ganz & gar mit Haut & Haaren

Manche Katzen nehmen nicht genug an Händen oder Armen ihres Menschen, sondern versuchen, sie im Gesicht zu lecken oder auch die Haare ins Mäulchen zu bekommen. Eventuell steckt dahinter, dass die Tiere mit der Zunge erforschen, wo sich ihr Besitzer in den letzten Stunden herumgetrieben hat. Vielleicht stimmt auch einfach die Chemie – so, wie wir Menschen, die wir mögen „gut riechen können“, ist auch unser Stubentiger unter Umständen verrückt nach unserer Duftmarke.

Ungeliebtes einfach ablecken

Wer gerade einen neuen Partner in sein Leben gelassen hat und ein eifersüchtiges Katzentier mit Besitzansprüchen sein Eigen nennt, könnte beobachten, dass der felltragende Mitbewohner alles daransetzen wird, den Geruch der menschlichen Konkurrenz durch intensives Ablecken des geliebten Besitzers zu entfernen. Quasi nebenbei hinterlässt das schlaue Tier dabei eine eigene duftende Reviermarkierung – dummerweise ist diese aber für Menschen nicht wahrnehmbar. Für andere Katzen wäre der Abgeleckte allerdings bis nach der nächsten Dusche tabu.

Weg mit Leck oder Lecken lassen?

Wenn die Sympathiebekundungen von Miezi ein störendes Ausmaß annehmen oder sie sich sogar nachts aufmacht, um ihren Menschen im Schlaf ungestört abzulecken, können vorsichtige Abwehrmechanismen das Verhalten der Katze ändern:

  • Bei manchen Tieren genügt es, ihnen leicht ins Gesicht zu pusten, wenn sie zum Lecken ansetzen und ein deutliches „Nein“ von sich zu geben.
  • Es gibt Katzenhalter, die ihren Fellnasen das Lecken mit dem Wassersprüher ausgetrieben haben.
  • Aufstehen und weggehen wäre eine dritte mögliche Strategie, die der Katze zeigt, dass Herrchen und Frauchen, nicht abgeleckt werden möchten.
  • Die Anschaffung einer Gesellschaftskatze könnte dem Samtpfötchen eine Möglichkeit geben, ihre katzentypische Art, Zuneigung zu zeigen, auf einen Artgenossen zu richten und ihren Menschen eher in Ruhe zu lassen.

Wem es gefällt, von seiner Katze abgeleckt zu werden, der darf es natürlich weiterhin genießen, und sollte im Anschluss daran denken, sich gründlich zu waschen – schließlich können im Katzenspeichel Parasiten und Durchfallerreger lauern. Das gilt natürlich auch und vor allem für Kinder, die von einer Katze geliebt werden.

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1 Kommentar

  • Renate sagt:

    Ich unterhalte mich immer mit meinen 3 katzen.sie verstehen mich auch, der Klang der Stimme und die Haltung. Sie fühlen einfach intensiver als Menschen.

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