Katzenkrallen schneiden: Machen – oder lassen?

Katzenkrallen schneiden

Eine viel diskutierte Frage unter Dosenöffnern aka Katzenbesitzer. Aber was ist wirklich richtig? Dürfen bzw. sollten die Krallen unserer Miezen von uns gekürzt werden? Oder schaden wir unserem Liebling damit sogar? Wir zeigen wie das Katzenkrallen schneiden funktioniert.

Katzenkrallen – insgesamt besitzen Samtpfoten je fünf Krallen an den Vorderpfoten und je vier hinten – sind keine Laune der Natur, sondern erfüllen einen echten Nutzen: Sie sind gleichermaßen Waffe als auch Werkzeug der Katze. Mit ihrer Hilfe kann die Katze Bäume hochklettern, Beute packen und sich verteidigen. Wer schon einmal einen kräftigen Hieb einer Katze mit ausgefahrenen Krallen einkassiert hat, weiß, was damit gemeint ist. Wie kleine Skalpelle können die Nägel der Samtpfoten unterschiedlich tiefe Spuren hinterlassen und dabei sogar Krankheiten wie beispielsweise die durch das Bakterium Bartonella henselae übertragene sogenannte Katzenkratzkrankheit beim Menschen auslösen. Allerdings: Nicht immer muss sich die Mieze bedroht gefühlt haben. Auch das übermütige Spielen (mit dem Menschen) kann Spuren hinterlassen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Katzenkrallen – Fluch und Segen

Doch Katzen können mit ihren Krallen allerhand weitere Dinge anstellen. Am sündhaft teuren Designersofa kratzen, zum Beispiel. Bringt ja auch viel mehr Spaß, die Krallen am schicken Möbel zu schärfen – statt am, nun ja, sagen wir mal in erster Linie praktischen Kratzbaum. Auf unserer persönlichen Nervigkeitsliste ebenfalls ganz weit oben: das nächtliche Kratzen mit stoischer Ausdauer an der Schlafzimmertür. Spätestens in Situationen wie diesen wünschen sich Katzenbesitzer eine Fee herbei, die dem geliebten, nächtlichen Unruhestifter des Nächstens schnell mal die Krallen kürzt. Apropos: Zu diesem Thema verraten wir bald Tipps, wie das Kratzen – nicht nur in der Nacht – abgewöhnt werden kann.

Aber sollte das wirklich gemacht werden, sollten wir, der Mensch, in den natürlichen Zyklus der Katzenkralle eingreifen? Die Antwort ist: Jein. Grundsätzlich betreiben Katzen selbständig Krallenpflege. Sie wetzen ihre Krallen am heimischen Kratzbaum, draußen an Bäumen sowie auf steinigen und/oder geteerten Straßen. Bei einem Freigänger ist das Schneiden der Krallen daher nicht notwendig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil gerade frei lebende Miezen ihre Krallen zudem – wie oben schon erwähnt – als Waffe und zur Verteidigung nutzen.

Krallenkürzen: Bei alten Katzen und Stubentigern Pflicht

Anders sieht es aus bei reinen Stubentigern. Haben sie die Möglichkeit, ihre Krallen an einem Kratzbaum zu wetzen und damit die oberste Schicht abzulösen, ist ein Kürzen nur dann notwendig, wenn ein deutliches „Klick“-Geräusch beim Laufen zu hören ist. Meist ist das bei älteren Katzen der Fall, deren Krallen regelmäßig gekürzt werden sollten. Allein schon, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Denn wenn die Mieze mit der zu langen Krallen irgendwo hängen bleibt, beispielsweise am Kratzbaum, drohen schmerzhafte Verletzungen.

So lassen sich die Katzenkrallen schneiden

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Denn keine Katze mag es, an ihren Pfötchen berührt zu werden. Ein Schutzinstinkt der Natur. Deshalb sollte erst einmal nur das Pfötchengeben bzw. -nehmen geübt werden. Am besten, die Mieze ist gerade entspannt und hat vorab ausreichend gefuttert. Dann lässt sich das „Training“ mit einer ausgiebigen Kuscheleinheit verbinden. Dafür vom Kopf ausgehend immer näher an die Pfötchen heranstreicheln. Steht die Katze auf, lass sie gehen. Bleibt sie liegen und genießt, belohne sie mit einem Leckerli. Diese Vorbereitung sollte regelmäßig vorab geübt werden, damit die Samtpfote nicht verschreckt wird.

Hat sie sich an das Berühren ihrer Pfötchen gewöhnt, kann losgelegt werden: Streichle die Tatze erst langsam und drücke dann ganz sanft und leicht auf den Ballen, damit die Krallen nach außen gelangen. Nun kann die Spitze – und bitte: NUR die Spitze – mithilfe eines entsprechenden Krallenknipsers oder einer Krallenschere im 45° Winkel gekürzt werden. Wichtig: Knipser und Schere sollten gut scharf sein, damit sie die Kralle ohne Splittern schneiden. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig. Im Zweifelsfall bitte schärfen – oder eben neu kaufen. Bitte achte darauf, dass du nicht in den rosafarbenen Bereich der Kralle schneidest. Anders als die Spitze der Kralle ist dieser Teil der sogenannte lebendige Teil, durch den Blutgefäße und Nervenbahnen laufen. Schneidest du (versehentlich) in diesen hinein, wird deine Katze a) schlimme Schmerzen verspüren und b) bluten. Am besten wirken bei solchen „Ausrutschern“ blutstillende Mittel um die Blutung zu stoppen. Hat deine Katze dunkle Krallen, halte das Pfötchen am besten gegen das Licht, um den empfindlichen Blutbahnen-Nervenbereich, das Mark, zu finden: Er befindet sich dort, wo die Kralle kein Licht mehr durchlässt.

Nach dem Kürzen lobe deine Katze, streichle sie ausgiebig und biete ihr zur Belohnung Leckerlis an. Schließlich hat sie prima mitgemacht. So wird sie das Krallenkürzein stets in positiver Erinnerung behalten und sich möglicherweise irgendwann sogar darauf freuen.

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