WG mit Hindernissen: Hund und Katze aneinander gewöhnen

Hund und Katze aneinander gewöhnen

Ich habe schon einen kleinen Hund und würde gerne noch einem kleinen Stubentiger ein kuscheliges Zuhause bieten. Was muss ich bei der tierischen Zusammenführung beachten, damit Bello nicht die Zähne fletscht und Miezi die Krallen nicht ausfährt?

Mein Yorki Billy lebt seit sechs Jahren allein unter uns Zweibeinern. Er genießt die volle Aufmerksamkeit, hat sein Frauchen auf seine Gaumengelüste trainiert und bestimmt beim Gassigehen die Richtung, wenn Herrchen es zulässt. Kurz: Billy ist der Boss. Was, wenn wir unseren Hundekurs nun ändern und uns noch eine kleine Mieze ins Haus holen möchten?

Wenn Billy beim Auslauf auf buckelige Samtpfoten trifft, bleckt er die Zähne und ist sofort im Jagdmodus. Keine guten Vorzeichen, um mir den Wunsch einer kleinen Katze zu erfüllen.

Auf Dauerknurren und Bellen stelle ich mich in Gedanken ein, Reviergerangel und Markierungsdrang der Sonderklasse. Uringeruch in allen Ecken und zerbissenes Katzenspielzeug. Aber wie sieht es in der Realität aus?

Hund und Katze aneinander gewöhnen – Schnurren statt Knurren: So geht’s…

Die beste Voraussetzung für die Hund-Katze-Freundschaft ist, dass keiner von beiden in der Vergangenheit unangenehme Erlebnisse mit der anderen Gattung hatte. Am einfachsten ist die ungleiche WG, wenn sich zwei Jungtiere ein Zuhause teilen. Bei erwachsenen Tieren ist es einfacher, wenn sich Miezi in Bellos Haushalt einnistet – nicht umgekehrt, da Hunde Rudeltiere sind. Damit ein Hund das Kätzchen aber auch als Rudelmitglied sieht und nicht als Futter sollten ein paar Regeln beachtet werden:

Die Tiere sollten charakterlich zusammenpassen. Das heißt, ein ausgewachsener Hund wie Billy sollte kein scheues Kitten vor die Nase gesetzt bekommen. Ein Jungtier sollte zudem mindestens vier Monate alt sein. Da Billy lebhaft und selbstbewusst ist, sollte das Kätzchen keine ängstlichen Züge beim Kauf zeigen.

Darüber hinaus kann das streitfreie Zusammenleben langfristig am besten funktionieren, wenn Miezi ranghöher gestellt ist als ihr bellender Mitbewohner. Wie das geht? Sie wird in der ersten Zeit zuerst begrüßt, bekommt zuerst ihr Fressen oder Leckerlis, wird öfter und lange gekuschelt. Das zeigt ihm, dass die Katze ein Mitglied des Rudels ist und vom Rudelführer, also euch, geschätzt wird.

 

Schritt für Schritt Hund und Katze aneinander gewöhnen

Schritt 1: Die Vorbereitungen

Das Wichtigste zuerst: Die Futterstellen sollten getrennt positioniert werden. Das Katzenklo muss für Wuffi tabu sein (Achtung: Hunde spielen gerne mit Katzenkot oder fressen diesen). In den ersten zwei bis drei Tagen herrscht außerdem Kontaktsperre zwischen den Tieren und Isolation. Eine räumliche Trennung von Bello und Mieze ermöglicht, dass sie sich an die neue Umgebung gewöhnen kann – und er sich an ihren Geruch. Wenn der Hund die Wohnung verlässt, soll der kleine Tiger auch schon mal Streifzüge durch die anderen Räume unternehmen dürfen und sich mit seinem neuen Zuhause vertraut machen.

Schritt 2: Das Kennenlernen

Die Eingewöhnungsphase beginnt: Beide Tiere sollten satt und grundzufrieden sein und Bello nach dem ausgiebigen Gassigang oder Spiel ausgelastet und müde. Wählt einen Raum für das erste Kennenlernen und bindet euren Leinenträger hier an. Dann betritt Miezi das Zimmer und bestimmt gleichzeitig den Abstand zum felligen Pendant selbst. Sie darf schnuppern und sich heranwagen, wenn sie sich traut. Zerrt euer Katzenfänger instinktiv an der Leine, will sich losreißen, bellt und knurrt, untersagt es und lenkt ihn ab. Beruhigt sich der kleine Platzhirsch, wird er mit Leckerlis belohnt.

Schritt 3: Die Wiederholung

Ein paar Stunden später das „Zusammensein“ ein paar Minuten länger üben und sich währenddessen öfter aus dem Raum entfernen, so dass Hund und Katze merken, dass ihr Kontakt etwas völlig Normales ist und Frauchen nicht auch noch hechelnd und aufgeregt daneben steht. Das Kennenlernen so oft wiederholen, bis das tierische Gegenüber keinerlei Emotionen mehr durch die Anwesenheit des Anderen bewirkt.

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10 Kommentare

  • Helena sagt:

    Hallo,
    Wir haben ein ähnliches Problem. Es sind zwei ältere Katzen und ein einen Malteser-Dackel Hund die von klein auf schon zusammen wohnen,alles wunderbar.
    Jetzt haben wir ein Malteser Mädchen 12 Monate alt dazugenommen,die Katzen wurden von ihr angebellt, die Katzen haben sie angefaucht und seid dem haben wir Probleme . Es freigänger Katzen. Sie trauen sich kaum noch ins Haus.
    Wie kann ich sie aneinander gewöhnen? Bin für jeden Rat Dankbar. Gruß Helena

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Helena,
      jedes Tier reagiert natürlich anders auf neuen Familienzuwachs – sei es auf vier Pfoten oder auch auf zwei Beinen. In deinem Fall kann es auch ratsam sein, eine Tierpsychologin um Hilfe zu bitten. Sie schaut sich die Situation vor Ort an und kann wertvolle Tipps zur individuellen Eingewöhnung geben. Manchmal ist das in schwierigen Fällen die beste Lösung!
      Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team

  • Nicole sagt:

    Hallo, ich bin mit meinem Freund zusammen gezogen. Er hat eine ausgewachsene englische Bulldogge und ich einen ausgewachsenen britisch kurzhaar kater. mein Kater ist allgemein sehr scheu und sein Hund kennt Katzen nur vom hinterher rennen. Nachts trennen wir sie und wenn wir da sind und aufpassen können lassen wir sie zusammen. Sobald sich mein Kater aber bewegt will der Hund los rennen. Gestaltet sich alles etwas schwierig. Habt ihr Tipps?

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Nicole, wenn ihr allein nicht mehr weiterkommt, kann es ratsam sein eine Tiertrainerin einzuladen, die die Situation vor Ort beobachten und einschätzen kann.
      Viele Grüße von deinem tierisch wohnen Team

  • Doris sagt:

    Hallo liebe Tierfreunde, wir haben seit 10 Jahren einen Kater (Freigänger; kein Schmusetier) und seit 2 Wochen einen kleinen Cavalier King Charles Spaniel Welpen. Wie kann ich die beiden am besten aneinander gewöhnen?!

  • Manuela Krolik sagt:

    Hallo. Ich bekomme wahrscheinlich auch ein kleines Problem. Bekomme in 4 Tagen einen kleinen Hund, knapp 4 Monate alt. Habe aber schon einen Kater hier . Fünfeinhalb Jahre alt, aber sehr lieb und verschmust . Muss die beiden auch aneinander gewöhnen. Tiere sind ja sehr fair. Habe trotzdem bedenken. Möchte keinen von beiden benachteiligen. Sollen gleiche Behandlung bekommen. Hole den Welpen in 4 Tagen ab. Wie mache ich das wenn ich mit dem Welpen in die Wohnung komme?? Wäre sehr dankbar für einen sinnvollen Tipp. Danke!! LG. Manuela

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Manuela,
      schön, dass du einen kleinen Hund bei dir aufnehmen willst. Im Zweifel ziehst du am besten einen Tiertrainer aus deiner Umgebung zu Rate. Der kann dir helfen und die Eingewöhnung begleiten.
      Viele Grüße von deinem tierisch wohnen Team

  • Macci sagt:

    Hallo liebe Gemeinde ,

    ich habe zwei Katzen , eine sehr klein 4 kg bkh Bengal und eine Siam seal Point .
    Die kleine aufmüpfig, aber sehr mutig die andere scheu für 10.
    Hab beide um die drei Jahre , jetzt hab ich mich in ein bulgarischen Staffordshire Schäferhund verliebt .
    5 Jahre Straßen Erfahrung, die erste Begegnung war sehr anstrengend, die Katze die kleine war neugierig, aber wie Katzen so sind , direkt gefaucht Weg gerannt .
    Obwohl Fauchen oft ein , komm nicht näher bedeutet aber kein Angriff erfolgt .
    Der Hund hat 5 Jahre auf der Straße gewohnt und ist der fliehenden Katze nachgestellt .

    Ich hab die räumlich getrennt , wobei ich den Hund in die großen räume ließ und die Katzen in das Schlafzimmer sperrte , damit sich Gemüter beruhigen und sie Gerüche aufnehmen können .
    Werde sie nach dem spazieren gleich anbinden und die Türen öffnen, die Katzen begrüßen und beide Seiten für friedliches verhalten belohnen .
    Ich hoffe, dass ich der Hunde Maus ein neues zuhause bieten kann .
    Jedes Tier hat ein zuhause verdient .
    Aber falls irgendwer noch Tipps hat bitte melden .

  • Anton sagt:

    Hallo tiersich-wohnen Team,

    oben beschreibt ihr ausführlich wie man Hund und Katze aneinander gewöhnen kann. Bei den Anfrage zum Thema durch Benutzer – in den Kommentaren – verweist ihr aber immer nur auf Tierpsychologe oder Tiertrainer. Wie passt das zusammen?

    VG Anton

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Anton,

      gerne helfen wir unseren Lesern weiter, wenn es um ihre Fragen und Sorgen rund um die Erziehung ihrer Haustiere geht. Manchmal können wir aufgrund fehlender Kenntnisse um die Gesamtsituation vor Ort nicht immer eine sichere Ferndiagnose durchführen und entsprechende Empfehlungen aussprechen, die zu 100% auf die Begebenheit passen. Daher empfehlen wir unter anderem die Zusammenarbeit mit einem Coach oder Hundetrainer.

      Viele Grüße
      dein tierisch wohnen-Team

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