Depressionen bei Katzen erkennen

Depressionen bei Katzen erkennen

Dass eine Katze depressiv ist, fällt oft nicht wirklich auf. Manch ein Besitzer mag sich sogar über die ausgeglichene und ruhige Art seines vierbeinigen Mitbewohners freuen – doch Vorsicht: Wenn Miezi plötzlich und über einen längeren Zeitraum traurig wirkt, braucht sie vielleicht Hilfe.

Woran kann ich erkennen, dass meine Katze depressiv ist?

Die Anzeichen dafür, dass die Samtpfote krankhaft traurig ist, sind oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Tatsächlich ist eine depressive Katze katzenuntypisch ruhig. Sie spielt kaum oder gar nicht, schläft fast nur noch, wirkt lustlos und desinteressiert und frisst weniger als normal oder auch gar nicht mehr. Manche Tiere vernachlässigen sogar die ihnen sonst so heilige Fellpflege. Ihr Haarkleid wird stumpf und verfilzt.

In der trügerischen Ruhe, liegt die Tücke der Katzen-Depression: Herrchen oder Frauchen schiebt die vermeintliche, neue Faulheit von Miezi vielleicht auf ihre Sterilisation, die Antriebslosigkeit des Kater auf seine Kastration oder beides auf das Naturell des jeweiligen Tieres. Währenddessen leiden der betroffene Kater und die depressive Katze weiter still vor sich hin.
Ist die Katze traurig, wirkt sie – genau wie von Depressionen betroffene Menschen – als hätte sie die Freude am Leben verloren. Und genau wie bei Zweibeinern, können sich körperliche Symptome zum psychischen Leiden gesellen: Fieber und Verdauungsprobleme sind nur zwei mögliche Anzeichen für Depressionen bei Katzen. Deswegen ist es wichtig, dass der Tierarzt beim geringsten Verdacht abklärt, ob der Grund für die tierische Traurigkeit ursächlich vielleicht körperlicher Natur ist oder eben nicht.

In manchen Fällen hören die sonst so reinlichen Tiere auf, das Katzenklo zu benutzen und erleichtern sich überall in Haus oder Wohnung. Spätestens dann aber fällt auf, dass Miezi in großer Not ist.

Warum hat meine Katze Depressionen?

Es ist wichtig, herauszufinden, was der armen Fellnase aufs Gemüt schlägt, damit die Katzeneltern die Ursache beheben können. Mögliche Gründe dafür, dass die eigene Katze traurig ist, könnten z. B. folgende sein:

  • Traumata: Wenn du eine Katze bei dir aufnimmst, die schon etwas älter bzw. kein Kitten ist, dann kennst du das vielleicht. Wir alle hoffen, dass unsere Katze auch vor uns bereits ein liebevolles Zuhause hatte, aber sicher sein können wir in der Regel nicht. Unfälle, Tierheim, Katzenpension und natürlich seelische oder körperliche Quälereien können noch nach Jahren Grund für Depressionen sein.
  • Krankheiten: Manche Krankheit ist mit Bewegungseinschränkung verbunden, andere mit Schmerzen – beides sind mögliche Gründe dafür, dass deine Katze traurig wirkt.
  • Verlust: Wenn unsere Minitiger einen geliebten Menschen oder auch einen kätzischen Spielgefährten verlieren, kann dieser Verlust unsere Katzen für längere Zeit tieftraurig machen. Da geht es den Samtpfoten nicht anders als uns…
  • Veränderung der Lebensumstände: Katzen sind extreme Gewohnheitstiere und mögen Veränderungen eher nicht. Vielleicht hat sich die Familie vergrößert und Miezi fühlt sich ungeliebt, bekommt weniger Aufmerksamkeit und Zuwendung. Bei sensiblen Tieren kann das durchaus zu depressiven Verstimmungen führen. Auch nach einem Umzug, können Umgewöhnung und/oder Ängste Auslöser einer Depression sein.
  • Nicht-artgerechte Haltung: Die meisten Katzen brauchen mindestens einen Artgenossen um sich herum, damit sie sich wohlfühlen. Gerade bei Kitten kann die Einzelhaltung zur Vereinsamung und damit zur Depression führen. Andersherum kann es auch passieren, dass die Gesellschaftskatze nicht passt und Stress an der Tagesordnung ist.

Wie kann ich die Depression meiner Katze behandeln?

Leidet eine Katze wirklich an Depressionen oder ist die Katze traurig, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung, die sie von Trübsal heilen können. Abhängig vom Auslöser der Krankheit, kann es genügen, dem Minitiger mehr Aufmerksamkeit zu schenken, häufiger mit ihm zu spielen, die Schmuseeinheiten zeitlich auszudehnen. Wie fast jedes lebendige Wesen, braucht auch das sensible Katzentier das Gefühl, geliebt zu werden. Wer das vermittelt, hat schon viel geschafft. Du kannst auch probieren, das Futter zu wechseln oder so zu verändern, dass deine Katze wieder Freude am Fressen bekommt.

Hilfe bei Depression

Einsame Katzen könnte die Anschaffung eines Spielgefährten wieder glücklich machen. Wenn der Grund für den seelischen Rückzug allerdings aus der unpassenden Partnerkatze besteht, müsste wohl eine von beiden das Feld räumen.

Wenn es keine erkennbar belastenden Faktoren (mehr) gibt und Miezi noch immer leidet, kannst du mit deinem Tierarzt über die Möglichkeit von Antidepressiva oder homöopathische bzw. pflanzliche Arzneien sprechen. Auch der Besuch eines Katzenpsychologen kann Licht ins Dunkel bringen.
Wichtig für alle Katzen ist, dass sie grundsätzlich artgerecht, angst- und gewaltfrei sowie in einer liebevollen und inspirierenden Umgebung gehalten werden. Nur dann blühen unsere Fellnasen so richtig auf und können unser Leben bereichern.

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11 Kommentare

  • Dagmar Reich sagt:

    Schönen Guten Morgen,
    meine Katze (meine erste) ist eine BkH Mix,3 Jahre
    Für ihr Alter ist sie meines Erachtens zu ruhig. Leider kann ich keine zweite Katze halten,da mein Finchin nur Filets frisst u.davon 2 Tüten pro Tag, plus gutes Trockenfutter! Bin nicht mehr berufstätig u.kann mich viel mit ihr beschäftigen. Das Interesse ist allerdings gering. Vor dem Winter graut es mich,da ich dann nicht mehr den ganzen Tag den Balkon aufpassen kann. Wäre für einen Rat sehr dankbar

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Liebe Dagmar,
      aus der Ferne ist ein individueller Rat natürlich immer etwas schwierig. Was wir dir aber sagen können: von Natur aus hat die BKH einen eher gemütlichen Charakter. Vielleicht ist dein Minitiger also aufgrund seiner Rasse etwas ruhiger. Wenn du jedoch das Gefühl hast, deine Katze ist unglücklich, so kann ggf. ein Besuch beim Tierarzt helfen. Im ersten Schritt könntest du eventuell Beschäftigungsmaßnahmen für deine Katze ausprobieren wie z. B. ein Fummelbrett oder das Verstecken von Leckerlis an ungewöhnlichen Orten.
      Viele Grüße, dein tierisch wohnen-Team

    • Sandra sagt:

      Guten Morgen !

      Entschuldigung, aber das geht beides wirklich gar nicht.
      Weder darf sich eine Katze dauerhaft nur von Filets ernähren (zwei Tüten davon sind übrigens auch viel zu wenig, trotz Trofu ! ) , noch kann man Katzen langfristig alleine halten.
      Liebe Frau Reich, bitte melden Sie sich doch in einem guten Katzen-Forum an, dort bekommen Sie Tips für gesunde Ernährung (die gar nicht teuer sein muß) und Hilfe bei der Suche nach einer passenden Gesellschaft für Ihr Finchen.
      Bei mir wohnt übrigens eine inzwischen 7 Jahre alte BKH. Sie war und ist seit jeher sehr sportlich und aktiv und ist eine begnadete Jägerin – es muß also nicht jede BKH ein lebendes Sofakissen sein…

    • Anja sagt:

      Baldrian Tropfen besorgen, 1 o. mehrere Tropfen auf dem Teppich und sie müsste spielen! ansonsten KANN MAN SICH MIT Bachblüten für Katzen (Buch!) beschäftigen

  • Iris sagt:

    Wir haben 5 Maine Coons, 4 Damen, einen Kater, alle kastriert und unsere fressen auch nicht mehr ! Was soll denn dieser bescheuerte Rat, als ob sie Ihre Katze hungern lässt ! Bei unseren Katzen müssen wir auch alle paar Wochen das Nassfutter wechseln weil sie es dann einfach nimmer fressen was vor einer Woche noch der Burner war. Und das kann dir sicherlich fast jeder Katzenbesitzer sagen, sogar unsere Tierärztin bestätigte das jetzt bei Ihrer Katze. Und unsere Coonie wiegen zwischen 4 und 5,5 kg, sind alle schlank bis muskulös und fressen manchmal zu 5 nur 2 kleine Dosen + TF , Leckerlis und Sticks. Ich rate dir von einem grossem Katzenforum ab ! Die sind wie hier oben Sandra, sagen dir das du ein schlechtes Gewissen haben musst weil du deine Katze allein hälst und sie wissen eh alles besser und am liebsten schicken sie dir das Amt auf den Hals, zum Schluss bist du nur noch am weinen 🙁 Hab ich mehrfach im blauem Forum erlebt wenn man da liest denkt man, ohja was sind das nur für Leute 🙁 Die meisten sind Züchter und wollen halt zB nicht das andere Amateuer vielleicht auch züchten, neue machen dort eh alles falsch, die alten haben alle Weisheiten mit Löffeln gefressen……….Wenn du nicht viel Geld hast , versuch was für die Katze zu basteln zum beschäftigen, etwas was sich dreht zB. Da gibts auch schon tolle Spielzeuge. Und manchmal haben halt auch Katzen keinen Bock und schlafen manche Tage halt auch länger, wie wir Menschen auch. Solange sie sich von dir gerne streicheln lässt, schnurrt, frisst und nicht zu fett wird, denke ich machst du alles richtig. Und Katzen haben alle untereschiedliche Charatere, eine von uns ist nur am pennen, streicheln lassen, fressen , mal 5 mal den Kratzbaum hoch und runter und wieder schlafen, sie ist eben gemütlich. Zwei andere wollen immer spielen, klauen alles was Stiftform hat sind echte Ganoven 🙂 lassen sich auch streicheln udn schnurren immer. Eine davon ist eine Diva, lässt sich nur streicheln wenn sie es will und haut uns dann nach spätestens 1 min 😉 und eine lässt sich gar nicht streicheln, ist aber immer dabei und um uns rum und auch neugierig und verspielt. Sie kam aus ganz schlechten Verhältnissen. Und, was solls, sie ist glücklich, schnurrt trotzdem und ist fröhlich. Mach dich nicht kirre und das teuerste an Katzen ist eher der Tierarzt nicht das Futter. Also wenn du Platz hast nimm vielleicht mal eine aus dem Tierheim als Test dazu. Das machen manche Tierheime auch. Dann würdest du ja sehen ob sie sich verträgt und aktiver wird.

  • Heidi sagt:

    Hallo, zusammen,
    meine Pia ist eine ganz normale Hauskatze, 10 Jahre alt,..sie spielt, schmust, schnurrt viel, sie rast punkt 23.00 h(Sommerzeit) fröhlich durch die Wohnung,..küsst mich morgens um 6.00 h wach, alles normal soweit,..
    doch seit ca 2 Wochen rupft sie sich beim Putzen das Fell aus,..habe dann überall die Flocken rumfliegen,..bzw liegen,..Was kann das sein? – Danke für evtl guten Rat…

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Heidi,
      in dem Fall solltest du am besten einen Tierarzt anrufen. Der kann am besten feststellen, was deiner Pia fehlt und ihr helfen. Rupfen sich Katzen das Fell beim Putzen heraus, kann dies ein Zeichen für eine Pilzinfektion sein. In jedem Fall ist es am besten mit deiner Katze zum Tierarzt zu gehen. Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team

  • Thaler sagt:

    Wenn eine katze erschreckt wird und davon läuft hat sie dann auch depressionen und warum kommt sie nicht mehrvnach hausecsind jetztt 3 mon und 3 wochen warum nur wir vermissen sie so sehr

  • Thaler sagt:

    Katze wurde erschreckt und kommt nicht mehr nach hause warum findet sie nicht mehr heim od wie

    • tierisch wohnen Team sagt:

      Hallo Thaler,
      aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen, aber vermutlich hat deine Katze sich nur erschreckt – das muss nicht gleich auf eine Depression hindeuten. Katzen mit Freilauf, streifen häufig länger durch die Umgebung. Wir verstehen, dass du deine Katze sehr vermissen musst und hoffen, dass du sie bald wieder in die Arme schließen kannst.
      Viele Grüße von deinem tierisch-wohnen-Team!

  • Sabine sagt:

    Guter, ausführlicher Bericht. Deshalb war ich umso mehr erstaunt, dass sich hier ein immer noch geläufiger Irrglaube eingeschlichen hat. Kastration bezieht sich NICHT ausschließlich auf den Kater. Kastriert werden Männchen und Weibchen, dabei werden die Eierstöcke/Gebärmutter oder eben die Hoden entfernt. Eine Sterlilisation ist ebenfalls bei beiden Geschlechtern möglich, verhindert aber ausschließlich die Fähigkeit sich zu vermehren, eine Katze wird trotzdem rollig und auch ein Kater bleibt weiterhin sexuell aktiv und es kann in der Regel rückgängig gemacht werden

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